
In einer packenden Entscheidung beim Grand Prix Spécial hat Katharina Hemmer mit dem letzten Ritt Rekordreiterin Isabell Werth noch vom Bronzerang verdrängt. Bei der Reit-WM in Aachen bedeutet Hemmers dritter Rang die zweite Medaille für das deutsche Team.
Von Markus Kramer (Aachen)
Mit 80,866 Prozentpunkten musste sich Hemmer mit Denoix der Charlotte Fry und Glamourdale klar geschlagen geben. Die Britin sicherte sich mit einer herausragenden Leistung und 82,295 Prozentpunkten überlegen Gold sichert. Zweite wurde die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St John Freestyle .
Die neuen Weltmeister: Charlotte Fry und Glamourdale
„Richtig angekommen ist es noch nicht“, sagte Hemmer nach ihrem Auftritt im WDR-Interview. „Ich bin unheimlich stolz, dass das Denoix bei dieser Atmosphäre geschafft hat.“ Schon beim deutschen Sieg in der Team-Dressur hatte Hemmer eine tragende Rolle gespielt und sich so auch im Einzel in den Favoritenkreis geritten. „Ich könnte nicht glücklicher sein“, bilanzierte die 32-Jährige, die ihre erste Einzel-Medaille bei einem Großevent holte.
Werth bleibt der undankbare vierte Rang
Rekordreiterin Isabelle Werth (10 WM-Titel) konnte die hohen Erwartungen des Publikums bei über 30 Grad im größten Reitstadion der Welt nicht erfüllen. Mit Wendy de Fontaine lag Werth vor Hemmers abschließendem Ritt auf Rang drei, wurde mit 79,544 Prozentpunkten aber noch auf Platz vier verdrängt.
„Well deserved“, richtete Werth anschließend im gemeinsamen Interview ihre Glückwünsche an Hemmer, war mit ihrer Leistung aber nicht zufrieden: „Knapp vorbei ist auch daneben. Es gelingt mir leider immer noch nicht, die Lässigkeit in den Wechseln zu haben. Und Katha war spitze, also Gratulation.“
Die 57-Jährige Werth verpasste es damit, ihren Einzel-Dressur-Sieg bei der Reit-WM 2006 in Aachen zu wiederholen. Die weiteren Starter Raphael Netz als Zehnter und Frederic Wandres auf Platz 14 spielten bei der Entscheidung um den Sieg keine Rolle.
Laudrup-Dufour und Verboomen lassen Federn
Die dänische Topfavoritin Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St John Freestyle hatte bei ihrem Auftritt einige Wackler, sodass sie mit 80,927 Prozentpunkten nicht die Weltklasse-Wertung erreichte, die ihr von Experten im Vorfeld zugetraut worden war. Der Weltranglistenersten blieb am Ende Silber.
Auch der hoch gehandelte Justin Verboomen aus Belgien konnte mit seinem Hengst Zonik Plus nicht die gewohnte Leichtigkeit zeigen und fuhr eine für das Paar unterdurchschnittliche Wertung ein (79,362).
Nächste Gold-Chance am Samstag
Am Mittwoch hatte das deutsche Dressur-Team mit Raphael Netz, Frederic Wandres, Hemmer und Werth bereits die erste Goldmedaille der WM geholt. Am Samstagabend hat Werth in der Kür nochmals die Chance auf Dressur-Medaillen (ab 19 Uhr im ZDF-Livestream).
Hemmer, die mit Denoix in der Kür nicht ihre Stärken sieht, verzichtet auf den Start. Was sich Werth für den letzten Dressur-Wettbewerb vornimmt? „Vor allem fehlerfrei bleiben“, so der Dressur-Star: „Ich freue mich drauf.“
Unsere Quellen:
Sendung: WDR, Sport im Westen live: Reit-WM Aachen 2026 – Dressur Grand Prix Spécial, 14.08.2026, 14:45 Uhr