Ein Schild "Der Generalstaatsanwalt des Freistaates Sachsen Staatsanwaltschaft" ist am Justizzentrum Dresden montiert.

AUDIO: Zwei Verhaftungen in Sachsen wegen mutmaßlicher IS-Kampfeinsätze (1 Min)

Generalstaatsanwaltschaft Dresden

von MDR SACHSEN

Stand: 14.08.2026 12:25 Uhr

In Dresden und in Königstein in der Sächsischen Schweiz sind zwei mutmaßliche Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ festgenommen worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Freitag mitteilte, erfolgten die Zugriffe am Dienstag und am Donnerstag. Dabei hätten Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen auch die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht und Beweismittel sichergestellt, darunter Mobiltelefone, ein Laptop und Ausweisdokumente.

Das Oberlandesgericht Dresden hat inzwischen Haftbefehle gegen beide Männer in Vollzug gesetzt.

Ein Fahrzeugkonvoi mit Mitgliedern der Terrormiliz Islamischer Staat, die Flaggen schwenken.

2016/17 hatte der IS nach Schätzungen der deutschen Bundesregierung etwa 15.000 aktive Kämpfer im Irak und Syrien. (Symbolbild)

Bezahlte Kampfeinsätze

Den zwei irakischen Staatsbürgern im Alter von 27 und 33 Jahren wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. Sie sollen 2016 und 2017 in ihrer Heimat in IS-Verbänden gekämpft dafür einen monatlichen Sold erhalten haben.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, kamen die beiden Männer erst nach ihren Kampfeinsätzen nach Deutschland. Welchen Aufenthaltsstatus sie haben und wie ihnen die Behörden auf die Spur gekommen sind, könne aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden.

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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Schon fünf Verhaftungen in diesem Jahr

Die Ermittlungen liegen in den Händen der Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA), die bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelt ist. Aufgrund ihrer Erkenntnisse waren bereits im März und April 2026 drei mutmaßliche IS-Mitglieder in Plauen, Chemnitz und Leipzig festgenommen worden.

Auch diese 26, 40 und 43 Jahre alten Iraker sollen zwischen 2014 und 2017 aktiv und den IS gekämpft haben und dafür entlohnt worden sein. Alle drei sitzen laut Genralstaatsanwaltschaft seitdem in Untersuchungshaft. Gegen zwei von ihnen sei inzwischen Anklage erhoben worden.

Mehr zum Kampf gegen IS-Extremisten

Polizisten bei einem Einsatz

Der Angeklagte (2.v.r.) kommt in den Verhandlungssaal im Thüringer Oberlandesgericht. Der 66 Jahre alte Mann soll sich vor mehr als zehn Jahren dem «Islamischen Staat» (IS) angeschlossen haben. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem im irakischen Mossul geborenen Mann vor, Propaganda-Videos für den IS gefertigt und sich auch an Kampfhandlungen

Thüringer Oberlandesgericht

Ein IS-Kämpfer mit einer Fahne in der Wüste.

MDR (stt)