
AUDIO: Toter Wal im Greifswalder Bodden wird obduziert (1 Min)
Stand: 14.08.2026 18:40 Uhr
Wieder hat sich in der Ostsee ein Wal-Drama abgespielt: In den vergangenen Tagen war immer wieder ein Buckelwal gesichtet worden, verschwand aber auch immer wieder – nun ist das Tier offenbar tot. Ein toter Wal wurde im Greifswalder Bodden vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gefunden und wird nun untersucht.
Eine Obduktion des Buckelwals, der am Donnerstag im Greifswalder Bodden (Landkreis Vorpommern-Rügen) gefunden worden ist, soll Klarheit über die Todesursache schaffen. Das etwa sieben Meter lange Tier wurde vor der Südspitze Rügens in der Nähe einer Bundeswasserstraße entdeckt. Ob es sich um das Tier handelt, das mehrfach vor Mecklenburg-Vorpommerns und zuletzt vor Polens Küste gesichtet wurde, ist noch unklar, da der Kadaver auf dem Rücken im Wasser trieb. Die Obduktion erfolgt auf dem Sektionsplatz des Meeresmuseums – abgeschirmt von der Öffentlichkeit.
Video:
Der tote Buckelwal vor Rügen (1 Min)
Tod des Wals bestätigt
Am Vormittag hat ein Kran auf der Insel Dänholm vor Stralsund den rund sieben Tonnen schweren Kadaver aus dem Wasser gehoben. Das Tier wurde dann per Lastwagen etwa 150 Meter bis zum Nautineum, einer Außenstelle des Meeresmuseums, gezogen. Zur Vermessung und Sektion steht ein Team von rund zehn Wissenschaftlern bereit.

Der Buckelwal wurde am Donnerstag vor Rügen entdeckt.
Am Donnerstag um 8.16 Uhr war der leblos im Wasser treibende Wal der Wasserschutzpolizei gemeldet worden. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund bestätigte inzwischen, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Eine Mitarbeiterin des Meeresmuseums hatte den Tod des Tieres festgestellt. Mitarbeiter der Wasserschutzpolizei und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee waren mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um die Gefahrenstelle zu sichern und die Sicherheit des Schiffsverkehrs zu gewährleisten.
Obduktion soll Todesursache und Herkunft klären
Im Nautineum auf der Insel Dänholm, soll das Tier vermessen und obduziert werden, wie eine Sprecherin des Museums mitteilte. Die Außenschau hat bereits begonnen. Auffällig ist, dass die Haut sehr angeschlagen ist und teilweise schon in Fetzen runterhängt. Es wird geschaut, ob der Wal äußere Verletzungen aufweist. Es werden Abstriche genommen, die später im Labor untersucht werden. Auch die Fettschicht des Wals wird genaustens unter die Lupe genommen. Denn sie läßt auf den Gesundheitszustand des Tieres schließen. Später werden noch die Organe auf Parasiten untersucht. Die Obduktion soll dann zeigen, ob der verirrte Meeressäuger krank war, durch äußere Einflüsse starb oder er eines natürlichen Todes starb. Bis die Ergebnisse vorliegen, können ein paar Wochen vergehen.

Von der Untersuchung des Tieres erhofft sich Umweltminister Till Backhaus (SPD) Erkenntnisse darüber, woran solche Wale in der Ostsee sterben und warum die Tiere überhaupt in die Ostsee gelangen.
Buckelwal-Bestand im Atlantik: Gründe für vermehrte Sichtungen
Backhaus weist darauf hin, dass es Hinweise darauf gibt, dass sich die Walpopulation im Atlantik in den vergangenen Jahren gut erholt habe. Mehr Tiere könnten demnach auch dazu führen, dass mehr von ihnen in die Ostsee gelangen. Zuvor hatte bereits der Meeresbiologe und Greenpeace-Aktivist Thilo Maack im NDR Interview auf die erhöhte Population im Atlantik hingewiesen: „Der atlantische Buckelwalbestand war auf wenige 100 Tiere durch den internationalen Walfang zusammengeschnurrt und liegt jetzt bei wieder über 20.000 Tieren.“

In diesem Jahr wurden bereits mehrere Tiere gesichtet. Für Buckelwale kann die Ostsee jedoch schnell zum Problem werden.

Wissenschaftler vermuten, dass sie aus Neugier oder auf Futtersuche in die Ostsee schwimmen und deshalb auch an Wismar vorbeikommen.

Ließ sich Umweltminister Backhaus vom Investor der Rettungsinitiative umstimmen, um sich vor der Landtagswahl als Retter zu inszenieren?

Sie wünschen sich Informationen aus einer seriösen Quelle? Dann legen Sie NDR.de bei Google als bevorzugte Nachrichten-Quelle fest.