Bielefeld. Felix Emmrich steht zwischen schweren Holzmöbeln, letzten Handwerkern und frischem Kunstgrün und wirkt selbst ein bisschen erstaunt. Noch vor wenigen Monaten war der Julius-Hesse-Platz am Westeingang der Schüco-Arena vor allem eine Fläche, die teilweise als Lager diente. Jetzt spannt sich hier ein großes Dach über den neuen Biergarten von Arminia Bielefeld.

„Dass wir so ein Projekt in nur drei Monaten hinbekommen haben, ist echt der Wahnsinn“, sagt Emmrich. Der Architekt vom Bielefelder Büro „Jonek und Dressler“ hat den Bau begleitet – und die wichtigste Vorgabe ist erfüllt: Zum ersten Zweitliga-Heimspiel gegen Energie Cottbus am Sonntag kann der Biergarten eröffnet werden.

Für die Fans dürfte dabei vor allem interessant sein, wann und wie sie hineinkommen. Denn der neue Bereich öffnet sogar etwas früher als das übrige Stadion. Wie Arminia-Sprecher Malik Schacht mitteilt, können die ersten Besucher den Biergarten bereits ab 11.30 Uhr betreten. Die reguläre Stadionöffnung erfolgt erst eine halbe Stunde später um 12 Uhr. In dieser ersten halben Stunde funktioniert der Zugang ausschließlich über den Westeingang.

Der Biergarten beseitigt eine Schwachstelle im Stadionbetrieb

Allerdings ist der frühe Einlass begrenzt: Sobald auf diesem Weg 1.000 Gäste das Stadion betreten haben, wird der Zugang zunächst wieder geschlossen. Mit der offiziellen Stadionöffnung um 12 Uhr ändert sich das: Dann können alle Besucher, deren Eintrittskarte für den Heimbereich gilt, auch in den Biergarten.

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Damit geht am Sonntag ein Projekt in Betrieb, mit dem der Verein vor allem eine Schwachstelle im bisherigen Stadionbetrieb beseitigen will. Gerade bei schlechtem Wetter drängten sich Fans bislang nach dem Kauf von Getränken und Essen unter den Tribünen. Auf dem Julius-Hesse-Platz ist deshalb eine überdachte Aufenthaltsfläche entstanden, die zugleich einen Teil der Besucherströme entzerren soll.

Rund 300 Sitzplätze stehen zur Verfügung, insgesamt ist der Bereich für etwa 1.000 Menschen ausgelegt. Statt klassischer Bierzeltgarnituren hat der Verein robuste Holzbänke und Tische angeschafft. Unter dem rund 800 Quadratmeter großen Membrandach befinden sich außerdem ein Fanshop sowie zwei Getränke- und zwei Verpflegungsstände – stilecht nach Arminia-Legenden benannt: „Jörg’s Bude“, „Kuster’s Krug“, „Hain-Schank“ und „König Artur’s“. Eine sechs mal dreieinhalb Meter große LED-Wand soll zudem vor und nach den Spielen für bewegte Bilder sorgen.

Spätere Öffnungszeiten an Freitagen

Bei Heimspielen am Wochenende soll der Biergarten künftig grundsätzlich bis 18 Uhr geöffnet bleiben. An Freitagen werden die Zeiten wegen der späteren Anstoßtermine angepasst. Nach derzeitiger Planung soll dann gegen 16 Uhr geöffnet und erst gegen 23 Uhr geschlossen werden.


Blumenkübel und Deko sollen den Platz optisch aufwerten. - © Eike J. Horstmann

Blumenkübel und Deko sollen den Platz optisch aufwerten.
| © Eike J. Horstmann

Ob aus dem neuen Treffpunkt irgendwann mehr wird als ein Angebot für Heimspieltage, ist dagegen weiterhin offen. Schon bei der Vorstellung des Projekts hatte Arminia über zusätzliche Veranstaltungen, Übertragungen von Auswärtsspielen oder andere Nutzungen nachgedacht. Dafür wären allerdings weitere Genehmigungen nötig. „Das ist noch nicht final absehbar“, sagt Schacht zu möglichen Öffnungen außerhalb der Heimspiele.

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Zunächst zählt ohnehin nur der Sonntag. Und bis dahin gibt es auf dem Julius-Hesse-Platz noch genug zu tun. Die letzten Möbel müssen an ihren Platz, Dekoration wird herangeschafft, hier und da fehlen noch Kleinigkeiten. Emmrich kann sich das inzwischen einigermaßen entspannt ansehen. Am Sonntag wird er erneut auf der Alm sein – allerdings nicht mehr als Architekt. „Am Sonntag bin ich wieder hier‘, sagt er. ‚Dann aber als Fan.“