Gleich nebenan hat das 14-jährige Weibchen vom Zoo in Leipzig weit weniger Probleme mit den interessierten Besuchern sowie den Fotografen und Kameraleuten. Genau scheint die Warandame jeden Gast an der Scheibe zu betrachten, um dann stilecht für die vielen Kameras zu posieren. Die beiden Komodowarane sind die neuen Stars im Kölner Zoo und haben ihr Zuhause am Rhein gerade im neuen Drachenhaus gefunden. Der Name rührt daher, dass die mit einer Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von bis zu 80 Kilogramm größten Warane der Erde in ihrer Heimat von den Einheimischen als „Drachen“ bezeichnet werden.

9.8 Millionen Euro wurden in
das Drachenhaus investiert

Das ehemalige Tropenhaus mit seiner Mehrzweckhalle musste nach dem Brand im Jahr 2022 umfangreich saniert werden. Dabei nutzte der Zoo die Chance, das Gebäude komplett neu zu gestalten. Dort leben jetzt die Tiere und die Pflanzen des südostasiatischen Regenwaldes, wie er in Indonesien und Papua-Neuguinea vorkommt. Dazu zählen Bewohner wie Baumkängurus, Paradiesvögel, eine Tigerpython, Zwergotter oder der hoch gefährdete Balistar. Bei den Komodowaranen ist der Kölner Zoo der erste in NRW, der diese Tiere hält und künftig auch züchten möchte. Sonst gibt es die imposanten „Drachen“ deutschlandweit nur noch in den Zoos in Leipzig und Frankfurt am Main.

Die 200 Quadratmeter große Anlage, die in drei Teile abgetrennt werden kann, zählt nach Angaben des Kölner Zoos zu den größten der Welt. Insgesamt gibt es im neuen Drachenhaus einen 3000 Quadratmeter großen Schaubereich mit Pflanzen, die zu 90 Prozent noch aus dem alten Tropenhaus stammen. Durch das Haus mit einem Wasserfall, Teichen und Nebelschwaden führen neu angelegte Wege und Brücken, die dem Besucher das Gefühl geben, sich auf einer Expedition durch den Regenwald zu begeben.

Vergrößert wurden auch die Volieren im Eingangsbereich mit asiatischen Hühner- und Entenvögeln. Dort wurde auch die Wand des Gebäudes künstlerisch neu gestaltet und zeigt den Gästen die spannendsten Tiere des Hauses auf einen Blick. Neue Außenanlagen haben auch die Asiatischen Zwergotter und die Kängurus bekommen. Im Innenbereich finden sich auch Schildkröten und bald in den Gewässern auch Fische. Auch der Durchgang bei den Leoparden wurde neu gestaltet.

„Wir sind sehr froh, an dieser Stelle auf so großem Raum so viele neue Highlights bieten zu können. Das Drachenhaus ist mit seinem Facettenreichtum eines der interessantesten Erlebnisangebote bei uns”, sagt Zoochef Theo Pagel, der im Jahr 2000, damals noch als Kurator, das Tropenhaus in Riehl eröffnet hatte und der nun im Januar in den Ruhestand gehen wird.

Auch im „Backstage“-Bereich des Hauses hat sich durch dem Umbau viel verändert. So entstanden unterhalb des Schaubereichs eine Nachzuchtstation für vom Aussterben bedrohte asiatische Singvögel sowie ein Raum für die Zoobibliothek nebst einem Schulungsraum für Lehr- und Universitätskurse. Insgesamt hat der Umbau anderthalb Jahre gedauert und 9,8 Millionen Euro gekostet.

Parallel zur nun entstanden Kölner Zuchtstation unterstützt der Zoo den Bau einer Zuchtstation auf der indonesischen Insel Java mit 20.000 Euro. Zuvor hatte der Zoo zusammen mit der Weltnaturschutzunion bereits das „Center for Species Survival“ gegründet, das sich ebenfalls um den Erhalt dieser Arten in der Wildnis kümmert. Auch an die Umweltbildung ist gedacht. In zwei noch entstehenden Informationsräumen im Drachenhaus wird der Zoo die Bedrohung der Singvögel anschaulich skizzieren und auch die Arbeit seines Artenschutzzentrums erklären.

Service: Kölner Zoo, Riehler Straße 173, Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr, Eintritt: ab 22,50 Euro