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Berlin – Der letzte tödliche Vorfall liegt erst ein paar Tage zurück. Es war am vergangenen Sonntag um kurz vor Mitternacht, als in der Nähe vom Bahnhof Zoo mitten in der Hauptstadt Schüsse fielen. Ein Mann (30) wurde getroffen, er starb am Tatort. Laut Polizei war es möglicherweise ein Streit im organisierten Drogenmilieu. Eine Mordkommission ermittelt – erneut eine Straftat mit Schusswaffengewalt in Berlin!
Die Zahlen explodieren regelrecht – im Jahr 2025 stiegen die Fälle von Schusswaffengebrauch in Berlin um 68 Prozent im Vergleich zu 2024. Im laufenden Jahr wurden bis Anfang August laut Polizei bereits 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen registriert (siehe Kasten).
LKA-Sondereinheit seit neun Monaten aktiv
Die Behörden haben bereits vor einiger Zeit reagiert: Vor rund neun Monaten wurde die Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) gegründet. Jetzt wurden erste Ergebnisse bekannt: Mehr als 600 Ermittlungsverfahren hat die Einheit beim Landeskriminalamt (LKA) seither eingeleitet. Das teilte eine Sprecherin der Polizei der DPA mit. Mehr als 3800 Fahrzeuge und 866 Lokale oder Geschäfte wurden demnach überprüft. Rund 280 Menschen wurden bei den Einsätzen vorübergehend festgenommen.
Streit in Berlin eskaliert: Mann am Bahnhof Zoo erschossen
Quelle: DPA-TNN, TV NEWS KONTOR10.08.2026
Mehr als 50 Verdächtige in U-Haft
Mit Spezialteams gehen Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Gewalt mit Schusswaffen in Berlin vor und haben bislang mehr als 50 Verdächtige in Untersuchungshaft gebracht. Nach weiteren mutmaßlichen Tätern wird laut Staatsanwaltschaft gefahndet. Insgesamt wurden nach Behördenangaben 68 Haftbefehle erlassen (Stand: 13. August).
2026 bereits 62 Straftaten mit scharfen Waffen
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei insgesamt 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch – dazu werden auch Drohungen ohne Schussabgabe gezählt. In diesem Jahr gab es allein in der Kategorie „Straftaten mit scharfen Schusswaffen“ laut Polizei bereits 62 Vorfälle – dies bezeichnet eine rechtswidrige Tat, bei der eine echte, funktionsfähige Schusswaffe (die Patronenmunition verschießt) auch zum Einsatz kommt (Stand: 5. August).
Bei der Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) für die Verfahren zuständig. Sie wurde in Reaktion auf „Ferrum“ eingerichtet, um die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) zu verstärken. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen.
Rund fünf Monate nach Gründung hat „Telum“ inzwischen 197 Verfahren (Stand: 4. August) auf den Tisch bekommen, in elf Fällen davon wurde bislang Anklage erhoben. „Wir versuchen, möglichst viele Leute aus dem Verkehr zu ziehen und in die Strukturen hineinzukommen“, sagte Abteilungsleiter Thorsten Cloidt der Deutschen Presse-Agentur.