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Kann Dynamo Dresden am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Darmstadt 98 die passende Antwort auf den Fehlstart gegen Nürnberg geben? Im Februar konnten die Sachsen die Lilien nach 3:0-Führung (Ende 3:1) relativ locker schlagen. Doch neue Saison, neues Spiel, neues (Gegner)Glück – diese Formel befürchtet auch SGD-Trainer Thomas Stamm (43).
Denn durch die starke Rückrunde als Halbserien-Vierter hat Dynamo nun eine ganz andere Wahrnehmung bei den Gegnern. Stamm erklärt: „In der Ansprache vor dem Nürnberg-Spiel war es Thema bei uns. Aber eher darauf bezogen, dass uns absolut keiner mehr unterschätzen wird. Auch wenn es keiner zugeben wird, gab es das vielleicht in der Rückrunde, wenn du gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten spielst. Mensch bleibt Mensch und neigt dazu, nicht immer an seine Leistungsgrenzen zu kommen.“
Daraus erwächst für ihn und die Mannschaft eine klare Forderung. „Wir müssen wissen, dass wir nochmal eine Schippe drauflegen müssen. Dass wir uns nicht anhand einer sehr stabilen Rückserie ausruhen“, meint der Schweizer. „Ich weiß nicht, ob die Gegner besser vorbereitet sein werden. Aber die Hürde, die du überspringen musst, ist deutlich höher. Jetzt haben wir sie selber hochgestellt und erwarten, dass wir hoch drüberkommen. Das haben sich die Jungs erarbeitet und ist grundsätzlich etwas Schönes. Das macht es schwieriger, aber auch noch reizvoller.“

Jonas Sterner (li.) hatte gegen Nürnbergs Mohamed Ali Zoma keinen guten Stand am ersten Spieltag
Foto: Sportfoto Zink/Daniel Marr
Interessant wird, wie der Dynamo-Coach auf die Problemstelle des Saisonauftakts reagiert: die rechte Seite. Sowohl Außenverteidiger Jonas Sterner (24) als auch Jakob Lemmer (26) davor hatten defensiv nicht den besten Tag erwischt.
Die Neuzugänge Simon Straudi (27) und offensiv Kaan Inanoglu (20) dürften Startelf-Chancen haben. Der Ex-Cottbuser Straudi war bereits in der Halbzeit für Sterner eingewechselt worden, bei dem zusätzlich der Muskel zugemacht hatte. Allerdings konnte auch er nicht überzeugen, fiel mit denselben Mustern auf.
Was Stamm defensiv moniert
Stamm analysierte bezüglich der Position rechts hinten: „Die Situationen vor dem ersten und dritten Gegentor in Nürnberg hatten wir leider als solche Momente auch in der Vorbereitung. Da müssen wir dorthin kommen, dass wir früher die Tiefe verteidigen. Ich glaube, Jonas und Simon grübeln nicht lange und sind klar im Kopf.“ Auffälliger Aspekt: Von den Sprintwerten war Sterner (32,82 km/h Spitzengeschwindigkeit) dem überragenden Nürnberger Drei-Tore-Mann Mohamed Ali Zoma (32,91 km/h) gewachsen. Heißt: Die Positionierung war bedeutsam, um den kürzeren Weg beim Rückwärtsgang zu haben.
Die Entscheidung bei den Rechtsverteidigern ist eng. Sterner hatte in der Vergangenheit oftmals ein paar Spiele Anlaufzeit in der 2. Liga gebraucht, um zu seiner optimalen Sicherheit zu finden. Dabei hatte er diesmal – anders als in den Fällen zuvor – die komplette Vorbereitung mitgemacht. Der Trainer: „Sie haben einen guten Konkurrenzkampf, sodass wir die Qualität haben, zu entscheiden, wer fängt an.“

Kaan Inanoglu hat Startelf-Chancen gegen Darmstadt
Foto: action press
Genauso eine Station vor ihnen. Denn dass in der Viererkette so viele Räume entstanden, begann davor. „Wir müssen Doppelpässe – gerade im Mittelfeld – besser verteidigen“, formuliert es Stamm. Angesprochen darf sich dabei Lemmer fühlen. Inanoglu könnte eine Bewährungsprobe kriegen, um zu zeigen, ob er es besser kann.
Die Frage: Wirbelt der Coach gleich mehr durcheinander? Das würde die Unberechenbarkeit auch für Darmstadt steigern, genauso kann es allerdings ein Risiko für Dynamo Dresden sein. Das erste Heimspiel wird spannend – in jeder Hinsicht…