Analyse
Brown und Saibari machen Druck

Aktualisiert am 16.08.2026, 07:12 Uhr

Nathaniel Brown, Ismael Saibari

Nathaniel Brown (l.) und Ismael Saibari freuen sich nach dem Spiel am 15. August 2026.
© IMAGO/MIS/Bernd Feil/M.i.S.

Nathaniel Brown und Ismael Saibari waren beim 3:1-Testspielsieg gegen RB Leipzig die auffälligsten Spieler. Der Konkurrenzkampf wird durch die beiden Sommer-Neuzugänge noch härter. Selbst einige Top-Stars des FC Bayern haben ihren Stammplatz nicht mehr sicher.

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Der FC Bayern München zahlte rund 100 Millionen Euro, um Nathaniel Brown und Ismael Saibari zu verpflichten. Bei ihrem Heimdebüt in der Allianz Arena deuteten sie an, das Geld wert zu sein. „Das sind beides super Fußballer und super Menschen“, lobte Mitspieler Aleksandar Pavlović am Samstag nach dem 3:1 gegen RB Leipzig gegenüber „Bayern TV“. „Beide haben gezeigt, was sie draufhaben. Nene mit dem Tor, Ismael mit der Vorlage. Es macht Spaß, mit ihnen zu spielen.“

Brown trifft, Saibari bereitet vor

Brown stand in der Startelf und sorgte ausgerechnet in einer Phase, als Leipzig die dominantere Mannschaft war, für den zwischenzeitlichen Führungstreffer zum 2:1. Der Linksverteidiger startete einen Laufweg Richtung Strafraum und wurde von Pavlović mit einem perfekten Zuspiel bedient. Im Stil eines Stürmers nutzte der 23-Jährige die Gelegenheit.

Saibari hatte etwas weniger Zeit, um seine Qualitäten zu zeigen. Erst in der 68. Minute wurde der Nationalspieler von Marokko eingewechselt. Und dennoch war offensichtlich, dass der WM-Held (drei Tore bei fünf Einsätzen) dem FC Bayern weiterhelfen kann. Auf engem Raum setzte sich der 25-Jährige gegen zwei Abwehrspieler durch und steckte den Ball für Jamal Musiala durch, der daraufhin zum 3:1 traf.

Eines scheint bereits jetzt sicher zu sein: Der Konkurrenzkampf beim FC Bayern wird in dieser Saison noch härter. Im Sommer wurde bislang kein Stammspieler abgegeben, dafür aber kamen zwei potenzielle Startelf-Kandidaten hinzu.

Der von Eintracht Frankfurt nach München gewechselte Brown hat die Saisonvorbereitung genutzt, um sich in den Fokus zu spielen. „Du hast bei Nene heute genau gesehen, was er kann“, lobte Sportvorstand Max Eberl und zählte die Qualitäten auf: „Bissig im Zweikampf, fußballerisch intelligent, er weiß, was er zu tun hat, gute Laufwege. Ich glaube, dass er auch in Kombination mit Luis [Díaz, linker Flügelspieler, Anm. d. Red.] gut passen kann.“

Alphonso Davies könnte Stammplatz verlieren

Doch was wird dann aus Alphonso Davies? Der pfeilschnelle Kanadier war viele Jahre als Stammspieler gesetzt, bis er sich im März 2025 bei der Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zuzog. Seitdem durchlebt der 25-Jährige immer wieder Rückschläge. Selbst bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land verpasste er die Vorrunde und kam danach nur zu einem Kurzeinsatz. Auch seine Rolle beim FC Bayern scheint ungewiss.

„Wir haben mit Phonzy einen weiteren herausragenden linken Verteidiger“, stellte Eberl klar, ohne überhaupt nach dem Kanadier gefragt worden zu sein. Davies hatte erst im Februar 2025 seinen Vertrag beim FC Bayern bis Sommer 2030 verlängert. In den Medien wird sein Gehalt auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Es wäre also nicht im Sinne des Vereins, einen so teuren Spieler ständig auf der Bank sitzen zu haben. Auch für Davies wäre dies problematisch.

Brown bringt noch einen entscheidenden Vorteil mit. Während Davies auf die Rolle des Linksverteidigers festgelegt ist, könnte Brown auch im zentralen bzw. defensiven Mittelfeld auflaufen. Für Trainer Vincent Kompany eröffnet dies weitere Möglichkeiten.

Der Konkurrenzkampf ist dort zwar noch härter, weil es mit Pavlovic, Joshua Kimmich, Tom Bischof und Bara Sapoko Ndiaye bereits vier Spieler für zwei Positionen gibt. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten sind dennoch ein Vorteil. „Die Variabilität, die Nene mitbringt, hilft uns einfach“, sagt Eberl. „Er hat heute seine Flexibilität gezeigt. Und dass er im ersten Spiel in der Allianz Arena ein Tor gemacht hat, ist ein super Einstand.“

Lieblingsposition von Saibari ist auf der Zehn

Taktische Flexibilität bringt auch Saibari mit. „Meine Lieblingsposition ist auf der Zehn“, erklärte der Ex-Spieler von PSV Eindhoven. „Aber ich kann verschiedene Positionen bekleiden, im Spiel wechselt man sowieso immer. Ich kann auch auf der Seite spielen und etwas tiefer.“ Eberl lobte Saibari für seine „Körperlichkeit, Präsenz, Schnelligkeit und Variabilität.“

Durch die Mehrfachbelastung mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal wird der FC Bayern ohnehin rotieren müssen, um die Belastungen zu verteilen. Doch die Stars des FC Bayern definieren sich vor allem darüber, in den großen Spielen gesetzt zu sein. Drei der vier Offensivpositionen scheinen hier besetzt zu sein.

Harry Kane ist der treffsicherste Stürmer der Bundesliga, Díaz und Michael Olise bilden eine der besten Flügelzangen der Welt. Vakant ist wohl lediglich die Position im offensiven Mittelfeld. Mit Jamal Musiala, Lennart Karl, Serge Gnabry und Saibari gibt es dafür mehrere Top-Kandidaten.

Das Momentum spricht für den Neuzugang. Gnabry und Karl kommen aus einer Verletzung. Musiala sucht nach seinem verletzungsgeplagten Jahr 2025 nach seiner Form. Zuletzt durchlebte er mit der deutschen Nationalmannschaft eine enttäuschende WM.

Musiala sorgte für Schock-Moment

Beim Testspiel gegen RB Leipzig gelang Musiala zwar der Treffer zum 3:1. Kurz danach der Schock: Der 23-Jährige kollabierte. Nach SID-Informationen klagte Musiala über Schwindel, Kreislaufprobleme und Temperatur. Beim Spiel herrschten deutlich über 30 Grad. „Das Wichtigste ist, es geht ihm gut“, sagte Eberl kurz danach.

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Der FC Bayern bestreitet am Dienstag das letzte Testspiel gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim, ehe am Samstag der Franz-Beckenbauer-Supercup bei Borussia Dortmund ansteht. Möglicherweise wird sich dort bereits andeuten, wer die Gewinner und Verlierer des verschärften Konkurrenzkampfes sein werden.

Verwendete Quellen

  • Mixed Zone nach Bayern München – RB Leipzig
  • Pressekonferenz mit Max Eberl und Ismael Saibari