Dieses Interview erschien zuerst im neuen Tagesspiegel-Podcast „Im Osten – Wo Deutschland sich entscheidet“. Jetzt überall, wo es Podcasts gibt – und hier.

Monchi, Sie wohnen in der Kleinstadt Jarmen. Dort haben zuletzt 54 Prozent die AfD gewählt. Auf dem Grundstück neben dem Probenraum Ihrer Band „Feine Sahne Fischfilet“ hat jemand eine riesige Reichskriegsflagge gehisst. Fühlen Sie sich noch geborgen in Ihrer Heimat?
Klar habe ich auch Momente, in denen ich denke: Boah, kein‘ Bock mehr! Aber hier sind meine Freunde, meine Familie, Hansa Rostock, Ostsee, überall Wasser. Ich fahr zwei Minuten zum See, zwei Minuten zum Fluss, zwei Minuten zu meinen Eltern. Fast alle meine Geschwister leben noch in MV.

Ich kam gestern von der Tour zurück. Wenn ich dann bei meiner Family sitze, kann ich aus meinem tiefsten Innern sagen: Schön, zu Hause zu sein.

Sie haben ein Buch geschrieben, „Jenseits der Brandmauer“, über das Leben in der ostdeutschen Provinz. Darin heißt es: „Es sind nicht alles komplette Volldullis, die hier die AfD wählen.“ Ist das die Normalisierung, vor der oft gewarnt wird?
Ich beschreibe einfach die Realität. Mir scheißegal, ob sich das Normalisierung nennt. Es ist auf jeden Fall das Gegenteil dieser linken Blasen, die sich im Internet einen darauf runterholen, dass sie recht haben.