Das Video auf Instagram geriet sichtlich emotional. Gleich mehrfach setzt Philipp Max an, muss sich sammeln, „Traurig“ sei er, weil nun eine Sache zu Ende gehe, für die man sein ganzes Leben lang gearbeitet hat. Nun ist es aber so: Im Alter von 32 Jahren beendet der ehemalige FCA-Spieler seine Karriere. „Ich bin relativ schnell zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste ist, die Schuhe jetzt an den Nagel zu hängen.“

Hinter Max liegt eine unbefriedigende Zeit: Nach seinem Abschied von Eintracht Frankfurt zu Panathinaikos Athen im Sommer 2024 lief nur wenig zusammen. Für die Griechen kam der ehemalige Nationalspieler in eineinhalb Jahren nur auf elf Pflichtspiele, ehe im Januar 2026 der Vertrag aufgelöst wurde. Im März unterschrieb Max einen Vertrag beim japanischen Erstligisten Gamba Osaka, doch auch dieses Abenteuer geriet nur kurz: Nach sieben Wochen und ohne einen Einsatz für die Mannschaft löste er den Vertrag wegen seiner „körperlichen Verfassung“ wieder auf. Seit Ende April war Max ohne Verein – und zog nun Konsequenzen.

Beim FC Augsburg wurde Max zu einem der besten Linksverteidiger der Liga

Die FCA-Fans dürften an Max hingegen noch beste Erinnerungen haben: Von 2015 bis 2020 spielte der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Martin Max in Augsburg und wurde schnell zu den Leistungsträgern der Mannschaft. Vor allem in der Saison 2017/18 lief für Max vieles wie am Schnürchen: In 33 Bundesligapartien gelangen ihm zwei Tore und 13 Vorlagen. Die 13 Assists stellen bis heute einen FCA-internen Rekord dar. Ohnehin steht Max damit in einer Liste der torgefährlichsten Abwehrspieler der Liga. Den Rekord für die meisten Vorlagen eines Abwehrspielers in einer Saison hält Alejandro Grimaldo (Bayer 04 Leverkusen) aus der Saison 2023/24. Aber Max wurde auch sonst in der Stadt heimisch, lernte in Augsburg seine heutige Frau Annabell kennen. Das Paar ist der Stadt bis heute verbunden.

Eine Chance, sich in der Nationalmannschaft zu beweisen, bekam Max in seiner Augsburger Zeit nicht. Der damalige Bundestrainer Joachim Löw lud den Linksverteidiger erst ein, nachdem er in die Niederlande zur PSV Eindhoven gewechselt war. Im November 2020 feierte Max beim 1:0-Sieg gegen Tschechien sein Debüt und gab die Vorlage zum einzigen Tor durch Luca Waldschmidt. Eine große Karriere in der DFB–Auswahl sollte es aber nicht werden: Beim 3:1-Sieg gegen die Ukraine spielte Max noch 90 Minuten durch, bei der historischen 0:6-Niederlage in Spanien aber auch. Danach lud ihn Löw zwar noch einmal ein, spielen sollte er für Deutschland danach nicht mehr.

Insgesamt machte Max 180 Spiele in der Bundesliga, in denen ihm 16 Tore und 31 Vorlagen gelangen. Die mit Abstand meisten Einsätze – 145 an der Zahl – machte er dabei für den FC Augsburg. Außerdem spielte Max für Frankfurt (33 Spiele) und den FC Schalke (2).