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Val di Fassa (Italien) – Ist das eigentlich noch Urlaub? Zwischen Berggipfeln, Seilbahnen und Wanderwegen tummeln sich gerade Abertausende Touristen in den Dolomiten – und es werden immer mehr! Aufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigen einen Massenansturm auf die beliebtesten Ausflugsziele.

Kaum zu glauben: Jetzt stehen die Menschen nicht mehr bloß an Fotospots für den perfekten Schnappschuss an, sondern sogar schon für Essen! Einheimische filmten die langen Schlangen in der italienischen Provinz Trentino. Die Videos gingen viral und wurden teils heftig diskutiert.

Eine Stunde warten für gefüllte KrapfenHier warten die Menschen darauf, einen mit Sahne gefüllten Krapfen auf 2300 Metern Höhe zu ergattern

Hier warten die Menschen darauf, einen mit Sahne gefüllten Krapfen auf 2300 Metern Höhe zu ergattern

Foto: tito_hd_tiziano_/Instagram

Jeden Tag würden Hunderte Urlauber schon am frühen Morgen vor einer Berghütte am Langkofel an der Grenze zu Südtirol warten. Auf 2300 Metern Höhe gibt es dort frische, mit Sahne gefüllte Krapfen. Diese zu bekommen, ist allerdings kein Zuckerschlecken: Besucher berichten, sie hätten gut eine Stunde für ihr Frühstück vor der Traumkulisse ausgeharrt.

Ausnahmezustand auf dem Bergpass Passo di Giau vor dem Monte Gusela

Ausnahmezustand auf dem Bergpass Passo di Giau vor dem Monte Gusela

Foto: giack_janac_ci/Instagram

„Das ist Wahnsinn“, schrieb ein italienischer Influencer, der selbst offiziell für den Tourismus in der Region wirbt. „Ich komme seit Jahren in die Berge und habe wirklich noch nie so ein Chaos gesehen, überall stehen die Leute an“, meint ein Wanderer. Eine Frau behauptet: „Die interessieren sich nicht für die Dolomiten. Die kommen in Flipflops, nur um Fotos zu machen.“

Autowalze vom Berg bis ins Tal

Am Tag der jüngsten Sonnenfinsternis in der vergangenen Woche sei auf dem Gebirgspass Passo di Giau der Verkehr komplett zusammengebrochen. Ein weiterer Clip zeigt eine riesige Autowalze vor der markanten Kulisse des 2.595 Meter hohen Monte Gusela. Sie reicht bis ins Tal hinab.

Hunderte Touristen wollen auf ein gastronomisches Fest im Dorf Soraga – die Schlange ist hier noch längst nicht am Ende

Hunderte Touristen wollen auf ein gastronomisches Fest im Dorf Soraga – die Schlange ist hier noch längst nicht am Ende

Foto: tito_hd_tiziano_/Instagram

Einen Tag später, zum traditionellen kulinarischen Fest „Golosando“ in Soraga im Val di Fassa, reihten sich unzählige Touristen, teils mit Babys und Kleinkindern, in einer Menschenschlange durch den halben Ort. Das Dorf selbst hat nur 700 Einwohner.

„Es waren noch nie so viele Menschen da“

„Dieses Jahr schien es mir, als wäre ich auf einem anderen Planeten. Es waren noch nie so viele Menschen da“, berichtete eine Frau, die ihre Sommerferien nach eigenen Angaben seit 35 Jahren in der kleinen Gemeinde verbringt.

Bereits vor drei Wochen hatte eine enorme Schlange an einer Haltestelle nahe der bekannten Drei Zinnen in den Dolomiten weltweit eine Debatte über Massentourismus entfacht.