Herford. „Hakuna Matata“ – Suaheli für „Alles in bester Ordnung“ – steht an dem Torbogen über der geschwungenen Holzbrücke, die in das Herzen des Gartens von Silvia und Udo Freese im Herforder Stadtteil Stedefreund führt. Das Herz des Gartens ist eine hölzerne Gartenhütte, um die das Outdoor-Wohnzimmer des Paares seit Jahrzehnten herumgewachsen ist.
„Je nach Witterung findet quasi unser ganzes Leben von April bis Oktober im Garten statt“, sagt Silvia Freese. Kaum noch zu erkennen ist die ursprüngliche 12 Quadratmeter große Holzhütte. Mit den Jahren kamen Anbauten dazu, in denen sich Grill, Außenküche und Tiki-Bar befinden. Unter einem dunklen Stoffpavillon befinden sich Tisch und Sitzecke. „Der dunkle Stoff sorgt für ein angenehmes Licht. Dank Lüftungsschlitzen im Dach bleiben die Temperaturen auch bei knallender Sonne erträglich“, sagt Udo Freese. Für weiteren Schatten sorgen vier Weinreben, die sich Dach und Holzpergola erobert haben. „40 Liter Saft hatten wir im vergangenen Jahr auch.“
Silvia Freese ist immer auf der Jagd nach Accessoires für das Gartenreich. Hinter der Tiki-Bar grüßt eine Gestalt im legeren Hawaiihemd, die in ihrem früheren Leben mal eine Schaufensterpuppe war, hinter Dekopalmen hervor. Plastikpapageien bevölkern das Gestänge des Pavillons vor der Hütte. Bunte maskenartige Gebilde hängen an Holzständern oder grüßen aus dem Gebüsch. Vieles seien Flohmarktfunde, sagt sie.
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Ein fast unsichtbarer Teich
Der Pool bietet im Sommer willkommene Abkühlung. Beim Besuch war es jedoch recht kühl.
| © Ralf Bittner
Kunststoff-Möwen und Kormorane begrüßen die Besuchenden rechts und links des Stegs. Der kleine Gartenteich, den er überspannt, ist unter Seerosen und anderen Pflanzen kaum zu sehen, sorgt aber trotzdem für angenheme Kühle. „Das ist zum Teil von uns geplant, zum Teil Wildwuchs“, sagt Udo Freese. So sei der Farn plötzlich dagewesen: „Der wird jedes Jahr größer, aber uns gefällt’s. Also lassen wir wachsen.“
Wie groß ihr Gartenreich hinter dem Zweifamilienhaus in dem Herforder Vorort auf halber Strecke Richtung Bielefeld ist, können die Freeses nicht genau sagen. Das liegt auch daran, dass der vordere Teil des Gartens von der Tochter und ihrer Familie genutzt wird. „Die gestalten ihren Teil so, wie es ihnen gefällt, und haben sich zum Beispiel eine Gartensauna eingerichtet. Streng getrennt sind die Bereiche aber nicht.“
Groß genug für einen Pool, ein Gewächshaus und einen vor einigen Jahren neu angelegten Gemüsegarten neben der Wohlfühloase ist der Garten der Freeses aber auf jeden Fall. Beim Ortstermin war es grau und eher kühl und der Pool daher abgedeckt. „Aber bei heißem Wetter bietet er willkommene Abkühlung in den ja doch immer wärmer werdenden Sommern“, sagt Silvia Freese.
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Gemüsegarten statt Spielecke
„Da, wo jetzt der Gemüsegarten ist, war früher die Spielecke für Kinder“, sagt Udo Freese. Inzwischen wachsen dort wieder Salat, Kräuter, Dill und – als Experiment – Zuckermais. „Im Gewächshaus ziehe ich die Pflanzen vor, aber auch Tomaten oder Gurken wachsen dort. Groß ist der Gemüsegarten zwar nicht, aber er sorgt doch dafür, dass wir im Sommer immer Frisches aus eigenem Anbau auf dem Tisch haben.“
Silvia Freese ist immer auf der Suche nach Dekostücken, die in ihre „Tiki-Bar“ passen könnten.
| © Ralf Bittner
Wie es Außenküche und Sitzecke schon vermuten lassen, ist der Garten nicht nur der Ort zum Chillen, Reden oder Kochen für die Freeses selbst, sondern auch ein Treffpunkt für Familie, Nachbarschaft, Freundinnen und Freunde des Paares. „Für uns ist jeder Tag in unserer Traum- und Erholungsecke im Garten, in unserer kleinen Tiki-Bar, wie Urlaub“, sagen die Freeses. Und dazu gehöre für sie auch Geselligkeit. Da die Freeses auch nicht mit jedem „Unkraut“ auf Kriegsfuß stehen, hält sich der Arbeitsaufwand in Grenzen.
„Für uns wird hier die spätestens seit Disneys ‚König der Löwen‘ mit dem Satz ‚Hakuna Matata‘ verbundene unbeschwerte Lebensphilosophie jeden Tag aufs Neue Wirklichkeit“, sagt Silvia Freese: „Alles in bester Ordnung eben.“
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