Während auf der Theresienwiese alles für das diesjährige Oktoberfest aufgebaut wird, laufen parallel auch die Vorbereitungen für einen weiteren wichtigen Termin für das größte Volksfest der Welt: Das Gerichtsverfahren um die Zeltvergabe, das am elften September in München beginnen soll. Zwar sind die Positionen in diesem seit Monaten schwelenden Streit längst klar – doch von beiden Parteien wurde jüngst noch einmal nachgelegt. Besonders die Tradition ist dabei im Fokus.
Wirte-Sprecher Inselkammer kontert Vorwürfe der Zeltvergabe auf dem Oktoberfest
So ging am Sonntag der Sprecher der Wirte Peter Inselkammer gegenüber der SZ zum einen auf Vorwürfe seitens des ehemaligen Wiesn-Wirts Alexander Egger ein. Dieser hatte mit seiner Klage über das Vergabeverfahren die Zwistigkeiten ausgelöst und sich, nachdem ein Eilantrag in diesem Jahr bereits gescheitert war, als Wirt von einem kleineren Zelt des Oktoberfests für dieses Jahr zurückgezogen. Inselkammer bezeichnete die Ansicht, die Vergabe geschehe intransparent nun als „falsch“ und verwies auf die einsehbaren Vergabekriterien, die vom Münchner Stadtrat beschlossen sind.
„Rettet die Wiesn“: Tradition bei Video-Reihe der Wiesnwirte im Fokus
Zum anderen verteidigte Inselkammer den Umstand, dass die größeren Brauereizelte sich anders als die kleineren Zelte nicht jedes Jahr neu bewerben müssen mit der Geschichte des Volksfests: „Die Wiesn ist eben nicht irgendein Volksfest. Sie ist ein besonderes Volksfest, weil dort so viele Traditionen bewahrt, gepflegt und weitergegeben werden. Für die kämpfen wir.“ Passend dazu veröffentlicht die Vereinigung der Wiesnwirte unter dem Motto „Rettet die Wiesn“ aktuell Videos auf Instagram.
Vor Gerichtstermin um Festzelte in München: Unsicherheit auf beiden Seiten
Und auch in einer Mitteilung der Wiesnwirte von diesem Wochenende wird die Tradition als Argument für die Sonderstellung der größeren Zelte angeführt, wie die tz berichtet. Ebenjene Tradition hatte Egger angezweifelt, unter anderem in einem Interview ebenfalls in der SZ und dabei darauf verwiesen, wie sehr sich die meisten der großen Münchner Brauereien inzwischen im Besitz internationaler Getränkekonzerne befinden.
Mit Hinblick auf das anstehende Verfahren hatte Egger sich damals geäußert, er sei überzeugt, rechtlich gute Argumente anzuführen, aber auch gesagt: „Vor Gericht und auf hoher See sind Sie in Gottes Hand.“ Ähnlich klang es auch seitens Inselkammer. „Verhalten optimistisch“ würde er auf das Verfahren blicken und fügte aber an: „Vor Gericht weiß man nie. Aber wir haben gute Argumente auf unserer Seite.“ Viel mehr Gemeinsamkeiten dürften beide im Verfahren dann nicht mehr zum Ausdruck bringen. Abgesehen natürlich davon, dass es ihnen um die Tradition geht.