Der erste Auftritt vor eigenem Publikum in dieser neuen, alten Liga ist Geschichte. Preußen Münster hat am gestrigen Samstag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 nicht gewonnen, aber auch nicht verloren. Nach 90 intensiven Minuten stand es 1:1, und mit diesem einen Punkt können wir am Ende des Tages ganz gut leben, auch wenn im Stadion zwischenzeitlich mehr drin war.
Ausverkauftes Haus zur Premiere
Was diesen zweiten Spieltag der 3. Liga so besonders machte, war weniger das Ergebnis als der Rahmen. Zum ersten Heimspiel dieser Saison war der Zuschauerbereich mit rund 12.800 Fans ausverkauft, darunter erstmals die neue Fiffi-Gerritzen-Kurve im Osten des Preußenstadions, die mit einer gigantischen Choreografie eingeweiht wurde. Selbst Trainer Thomas Wörle sprach hinterher von seinem neuen Wohnzimmer und einer grandiosen Atmosphäre. Das ist genau das Fieber, das sich in den letzten Jahren rund um den SCP entwickelt hat, und es freut mich sehr zu sehen, dass es auch eine Liga tiefer nicht erloschen ist, sondern eher noch gewachsen zu sein scheint.
Der Spielverlauf
Ingolstadt begann zielstrebiger und hatte die ersten guten Gelegenheiten der Partie, ohne dabei wirklich zwingend zu werden. Preußen brauchte etwas, um ins Spiel zu finden, ging dann aber in der 22. Minute überraschend in Führung. Ryan Johansson zog aus rund 20 Metern ab und zirkelte den Ball sehenswert ins lange Eck. Nur wenig später, in der 25. Minute, hätte er beinahe nachgelegt, doch sein Distanzschuss klatschte an die Latte. Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. In der 27. Minute glich Emre Gül nach einer Drehung aus etwa 22 Metern zum 1:1 aus, dem Endstand dieser Begegnung. Bis zur Pause passierte auf beiden Seiten nichts Zählbares mehr.
Nach dem Wechsel reagierte Thomas Wörle mit einer Doppelsubstitution, brachte Antonio Tikvic und Torge Paetow für Tim Dietrich und Lucas Zeller. Die Partie blieb umkämpft und phasenweise fehlerbehaftet, wie es für die 3. Liga eben typisch ist. In der 49. Minute sah Ingolstadts Jonas Scholz die Gelbe Karte, in der 70. Minute traf es auf Münsteraner Seite Wesley Adeh. Beide Trainer wechselten im Verlauf der zweiten Hälfte munter durch. Bei Preußen kamen noch Marvin Schulz (75.), Oscar Vilhelmsson (81.) und Samuel Althaus (87.) ins Spiel, bei Ingolstadt reagierte Cheftrainerin Sabrina Wittmann mit den Einwechslungen von Josef Ganda (62.), Ognjen Drakulic und Linus Rosenlöcher (77.) sowie Max Plath und Yannick Deichmann (84.). Zu einer echten Entscheidung führte das aber nicht mehr. Beide Mannschaften erarbeiteten sich zwar noch die eine oder andere Möglichkeit, doch der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Schiedsrichter Jonah Besong beendete die Partie beim Stand von 1:1.
Was Wörle nach dem Spiel sagte
Thomas Wörle ordnete die Punkteteilung hinterher nüchtern ein und sprach von einer leistungsgerechten Punkteteilung mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. In der ersten Hälfte habe seine Mannschaft nie richtig ins eigene Spiel gefunden, die Führung sei im Grunde aus dem Nichts gekommen. Nach der Pause hätten seine Jungs dann deutlich griffiger agiert. Eine Analyse, der man nach dem Spielverlauf nur zustimmen kann.
Große Träume, kleine Schritte
Ehrlich gesagt: Der Abstieg aus der 2. Bundesliga nach nur zwei Jahren dort oben schmerzt viele Anhänger des SCP noch immer, und die Enttäuschung über das Saisonende darf man auch aussprechen, wenn man den Verein liebt. Gleichzeitig zeigt genau dieses Spiel, was sich in Münster in den letzten Jahren entwickelt hat. Ein ausverkauftes Stadion, eine neue Kurve, eine Choreo, die selbst den Trainer beeindruckt. Dieses Fieber ist real, und der Wunsch vieler Fans dürfte sein, dass es sich bald mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga bestätigt.
Trotzdem tut der Verein gut daran, mit viel Demut auf diese Saison zu blicken. Die Beispiele sind zahlreich genug, wie schnell aus einem Absteiger in die 3. Liga ein Absteiger in die Regionalliga werden kann. Der Durchmarsch nach unten war in den vergangenen Jahren keine Seltenheit. Deshalb muss das oberste Ziel für diese Spielzeit ganz klar lauten, dass der SCP in der 3. Liga ankommt, seinen Platz in dieser Liga findet und möglichst wenig mit der Abstiegsregion zu tun hat. Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen, ein Auswärtssieg und ein couragiertes Remis gegen einen unangenehmen Gegner vor grandioser Kulisse sind dafür ein solider erster Schritt. Was am Ende der Saison noch drin ist, wird sich zeigen. Erst einmal gilt es, in dieser Liga anzukommen.
Ausblick
In der Liga geht es für Preußen Münster als Nächstes auswärts bei Viktoria Köln weiter. Bis dahin bleibt Zeit, die Eindrücke dieses ersten Heimspiels sacken zu lassen und sich schon auf das nächste Mal an der Hammer Straße zu freuen.
Alle zusammen für Preußen Münster!
Der Spieltag
2026/2027 – 3. Liga

Fr., 14. Aug. 2026
–
19:00
FC Würzburger Kickers
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SV Wehen Wiesbaden
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
14:00
Fortuna Düsseldorf
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Hoffenheim II
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
14:00
SC Preußen Münster
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FC Ingolstadt
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
14:00
SV Meppen
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SG Sonnenhof Großaspach
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
14:00
SC Fortuna Köln
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Alemannia Aachen
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
14:00
Rot-Weiss Essen
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Havelse
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 15. Aug. 2026
–
16:30
SC Verl
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MSV Duisburg
2026/2027 – 3. Liga

So., 16. Aug. 2026
–
13:30
FC Hansa Rostock
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SV Waldhof Mannheim
2026/2027 – 3. Liga

So., 16. Aug. 2026
–
16:30
SSV Jahn Regensburg
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1. FC Saarbrücken
2026/2027 – 3. Liga

So., 16. Aug. 2026
–
19:30
Stuttgart II
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FC Viktoria Köln