Ruta: Mehr als nur BorschtschDas Ruta in der Tulbeckstrasse legt seinen Fokus auf die ukrainische Küche – auch beim Frühstück.Das Ruta in der Tulbeckstrasse legt seinen Fokus auf die ukrainische Küche – auch beim Frühstück. Johannes Simon

Wer gerne herzhaft frühstückt, hat es in manchen Ländern schwer. Man versuche beispielsweise einmal in Italien morgens etwas anderes aufzutreiben als ein süß gefülltes Cornetto. In der Ukraine scheint dieses Problem nicht zu bestehen, zumindest der Frühstückskarte des Ruta nach zu urteilen. Das Bistro mit Schwerpunkt auf ukrainischer Küche hat vor gut einem Jahr im Westend eröffnet und serviert inzwischen auch schon morgens zum Wochenendbrunch Borschtsch und Warenyky. Neben diesen zwei Klassikern, die es im Ruta zu jeder Tageszeit gibt, hat sich das Küchenteam originelle Speisen eigens für den Brunch überlegt, etwa das „Ruta Frühstück“ (19 Euro). Dabei handelt es sich um eine rustikale Platte aus mehreren einzelnen Komponenten ähnlich der deutschen Brotzeit oder – um bei der richtigen Tageszeit zu bleiben – dem Full English Breakfast.

Die ukrainische Version im Ruta ist nicht wahllos zusammengewürfelt, sondern sorgsam kuratiert. Beim Bestellen wählt man zwischen Rührei, Spiegelei und Omelette, dazu gibt es in Butter geschwenkte Ofenkartoffeln, selbst eingelegte Essiggurken und Sauerkraut. Die hausgemachte Wurst, die dazu gereicht wird, erinnert an grobe Fenchel-Salami. Dazu gibt es eine dicke Scheibe geröstetes Sauerteigbrot, zu der man am besten noch etwas Butter bestellt – ein herrlich unprätentiöses und doch kein bisschen langweiliges Ensemble. Wenn sogar die Wurst aus eigener Herstellung kommt, überrascht es nicht, dass auch manche Heißgetränke selbst gemacht sind. So auch der Sanddorn-Tee. Ein Kännchen davon (0,5 Liter für 5,50 Euro) ist eine noch größere Vitamin-C-Bombe für den gesunden Start in den Tag als Orangensaft, wenn auch Sanddorn etwas saurer schmeckt.

Die Rote-Bete-Suppe Borschtsch gibt es im Ruta zu jeder Tagszeit.Die Rote-Bete-Suppe Borschtsch gibt es im Ruta zu jeder Tagszeit. Johannes SimonDas „Ruta Frühstück“ mit Ei-Auswahl, Ofenkartoffeln, hausgemachter Wurst, Brot, Gurken und Sauerkraut.Das „Ruta Frühstück“ mit Ei-Auswahl, Ofenkartoffeln, hausgemachter Wurst, Brot, Gurken und Sauerkraut. Johannes Simon

In dem offenen Gastraum stapeln sich in Regalen Bildbände zum Schmökern sowie das hauseigene Geschirr, und auch die Wände voller Kunst und ukrainischer Naturweine sind hübsch anzusehen; das Herzstück des Restaurants und damit der größte Blickfänger ist aber die rundum einsehbare Küche. Den Köchinnen und Köchen hier bei der Arbeit zuzusehen, verkürzt gefühlt die Wartezeit, die gelegentlich länger ausfällt. Das verzeiht man dem Team aber gerne, da der freundliche Service jeden Teller schön angerichtet und handwerklich einwandfrei zubereitet an den Tisch bringt. Die Kartoffelrösti mit Lachs, Guacamole, Salat und Ei Benedict (19 Euro) sind zum Beispiel dampfend heiß und knusprig, der Lachs darauf butterzart und die Sauce Hollandaise auf pochiertem Ei seidig glatt und cremig.

Ganz ohne süßen Abschluss geht’s dann doch nicht: Die Teigtaschen Warenyky werden zum Brunch nicht wie sonst mit Pilzen, Kartoffeln oder Fleisch gefüllt, sondern mit Kirschen und Mascarpone (16 Euro). Dafür sollte man unbedingt noch Platz lassen, oder aber man bleibt einfach etwas länger sitzen, bis man wieder nachlegen kann. Bis 16 Uhr bleibt genug Zeit, dann wird das Brunch-Menü gegen die Abendkarte getauscht. Sarah Maderer

Ruta Bistro, Tulbeckstraße 9, Dienstag bis Sonntag 17 bis 23 Uhr, Brunch: Samstag und Sonntag 10 bis 16 Uhr, Telefon: 0176/812291-81, instagram.com/ruta.munich

Fitzroy: Über Münchens Dächern brunchenBeim Brunch im Hotelrestaurant Fitzroy im Werksviertel lohnt es sich, ordentlich Hunger mitzubringen. Das Buffet ist für Groß und Klein interessant.Beim Brunch im Hotelrestaurant Fitzroy im Werksviertel lohnt es sich, ordentlich Hunger mitzubringen. Das Buffet ist für Groß und Klein interessant. Robert Haas

Diese Aussicht! Hinten rechts: die Allianz-Arena. Links daneben erhebt sich der Olympiaturm in den Morgenhimmel. Und davor glitzern die Türme der Ludwigskirche in der Sonne. Dazwischen: die Theatinerkirche, der O2-Tower, die Mariahilfkirche. Beim Blick aus dem Fenster könnte man glatt vergessen, dass man eigentlich zum Essen hier ist. Dabei hat das Fitzroy im 14. Stock des Adina Hotels in der Atelierstraße auch kulinarisch einiges zu bieten. Neben dem Restaurant- und Barbetrieb gibt es ein Frühstücksbuffet mit Rührei, Pancakes, Brezn, Semmeln, Brot, Birchermüsli, Früchten und vielem mehr. Dazu gibt es Aufstriche wie Guacamole und Obazda und eine Käseauswahl, die auch Feta und Cream Cheese umfasst. Wichtig hierbei: Das Angebot gilt nicht nur für Hotelgäste. „Jede und jeder ist bei uns willkommen“, sagt Segen Wolf, die für den Betrieb im Fitzroy verantwortlich ist. 32 Euro pro Person kostet das Frühstück über den Dächern der Stadt. Getränke sind im Preis inbegriffen.

Jeden zweiten Sonntag im Monat sowie zu besonderen Anlässen wie Ostern oder Muttertag gibt es im Fitzroy zudem einen Brunch. Von 12 bis 15 Uhr kann man sich dann den Bauch vollschlagen. Das sollte man auch tun – angesichts des Preises von 69 Euro lohnt es sich, ordentlich Hunger mitzubringen. Dafür ist aber auch einiges geboten: Neben dem Buffet gibt es unter anderem eine Live-Cooking-Station und warme und kalte „ModOz-Gerichte“, also australische Fusionsküche mit europäischem und asiatischem Einschlag.

Große Auswahl: Das Buffet wird in Schüsseln serviert.Große Auswahl: Das Buffet wird in Schüsseln serviert. Robert Haas

Im Fitzroy dreht sich die gesamte Kulinarik um Australien, die Hotelkette Adina hat ihren Ursprung in Down Under. Wolfs Empfehlung für den Brunch: das Thunfisch-Tatar und das Lachs-Ceviche. Auch der Name „Fitzroy“ stammt aus Australien, das im Oktober 2021 eröffnete Restaurant ist nach einem Stadtviertel von Melbourne benannt. Der Bezirk gilt als kreativer Treffpunkt der alternativen Szene – also genau das, was auch das Werksviertel sein will. Neben Frühstück und Brunch kann man im Fitzroy auch zu Abend essen oder sich in der dazugehörigen Bar einen Cocktail mixen lassen. Von dort aus kann man dann die andere Seite der Stadt bestaunen: Hier gibt es einen Blick mit Alpenpanorama. Ein Gläschen Prosecco schmeckt mit dieser Aussicht gleich ein wenig besser. Linus Freymark

Fitzroy, Atelierstraße 22, täglich von 7 bis 10.30 Uhr, Brunch jeden zweiten Sonntag 12 bis 15 Uhr, fitzroy-munich.de

El Patio: Sonntagsbrunch auf mexikanischBeim Sonntagsbrunch erwartet die Gäste unter anderem: Sopes (handgemachte Maisfladen), vorne rechts Chilaquiles (Maistortillas), hinten links Enchiladas verdes und rechts hinten Molletes (Baguette mit schwarzem Bohnenmus).Beim Sonntagsbrunch erwartet die Gäste unter anderem: Sopes (handgemachte Maisfladen), vorne rechts Chilaquiles (Maistortillas), hinten links Enchiladas verdes und rechts hinten Molletes (Baguette mit schwarzem Bohnenmus). Stephan Rumpf

Wer in München mexikanisch brunchen möchte, sollte unbedingt den Weg in den Schwabinger Westen finden. Das familiengeführte Restaurant El Patio bietet neben spanischen und mexikanischen Tapas jeden Sonntag ein umfangreiches Brunchbuffet an, zur Auswahl stehen bekannte Klassiker wie Enchiladas und Chorizo sowie andere Speisen, die auf Münchner Frühstückstischen in der Regel selten zu finEl Patio im Westen Schwabings.den sind. Lateinamerikanische Musik und viele spanischsprachige Gäste tun ihr übriges, dass man sich bei einem Besuch sofort ein Stück weit wie nach Mexiko versetzt fühlt.

Gäste des El Patio kommen beim sonntäglichen Brunch in den Genuss von Chilaquiles (frittierte Tortillastücke mit Salsa), Molletes, (überbackene Brötchenhälften mit Bohnenpaste) oder Tinga de Pollo, (gezupftes Hähnchenfleisch in einer würzigen Soße). Hinzu kommen Cochinita Pibil (gegartes Schweinefleisch) oder gefüllte und frittierte Flautas. Ergänzt wird das Buffet durch verschiedene Dips und Beilagen. Zur Auswahl stehen Ricotta, Crème fraîche, rote Zwiebeln, Pico de Gallo sowie rote und grüne Salsa.

Auch der mexikanische und in Deutschland so beliebte Klassiker darf nicht fehlen: Guacamole. So können sich die Gäste ihre Teller nach Belieben zusammenstellen. Dabei gilt: Die Speisen sind kräftig gewürzt und teilweise scharf. Wer Schärfe mag, ist hier an der richtigen Stelle, alle die es lieber mild mögen, sollten sich bei den Salsas vorsichtig herantasten. Neben den herzhaften Speisen gibt es auch eine feine Auswahl an Süßem. Angeboten wird hausgemachtes Pan Dulce in Form von Conchas (übersetzt: Muscheln), Joghurt und Beeren. Die Conchas bieten einen passenden Abschluss nach den würzigen Speisen.

Neben typisch spanischen Gerichten gibt es beim Brunch auch Frühstücksessentials wie Joghurt, Müsli und das süße Brot ‚Pan Dulce‘ in Form von Muscheln (links im Bild).Neben typisch spanischen Gerichten gibt es beim Brunch auch Frühstücksessentials wie Joghurt, Müsli und das süße Brot ‚Pan Dulce‘ in Form von Muscheln (links im Bild). Stephan RumpfAm Brunchbuffet im El Patio kommen Fleischliebhaber auf ihre Kosten.Am Brunchbuffet im El Patio kommen Fleischliebhaber auf ihre Kosten. Stephan RumpfBei schönem Wetter kann man auch draußen vor dem Lokal sitzen.Bei schönem Wetter kann man auch draußen vor dem Lokal sitzen. Stephan Rumpf

Auf der Getränkekarte stehen Kaffee, hausgemachte Aguas Frescas und Aperitivos. Die Kaffeetrinker haben die Wahl zwischen Café de Olla, dabei handelt es sich um traditionellen mexikanischen Kaffee mit Rohrzucker und Zimt und Iced Café de Olla Horchata, beide Getränke kosten fünf Euro. Bei den hausgemachten Aguas Frescas können sich Gäste zwischen Jamaica (Hibiskus Eistee), Horchata (Milchreisgetränk mit Zimt) und Limonada entscheiden. Der Eistee und die Limonade liegen preislich jeweils bei fünf, die Horchata bei sechs Euro.

Die Gäste sitzen entweder auf der Terrasse vor dem Lokal oder im geschmackvoll eingerichteten Innenbereich. Dort treffen eine bunte Tapete und dunkelblaue Decke auf dunkle Holzstühle und eine elegante Bar. Die Einrichtung wirkt stilvoll. Hinter dem El Patio steht Inhaberin Verena von Roehrich, die in Mexiko Gastronomie studiert hat und sich mit dem Restaurant einen Traum erfüllte. Unterstützung bekommt sie von Sohn und Juniorchef Patricio.

Dass das Restaurant als Familienbetrieb geführt wird, trägt zu seiner persönlichen Atmosphäre bei. Der Name El Patio bedeutet auf Spanisch „der Hof“. Da der in Lateinamerika als Ort des geselligen Zusammenkommens gilt, passt er perfekt zum Konzept des Restaurants. Reservierungen für den Sonntagsbrunch werden ausschließlich über Whatsapp oder Instagram Direktnachricht entgegengenommen. Mit 35 Euro pro Person (Kinder zahlen 25 Euro) ist der Brunch nicht gerade günstig, vor allem weil Getränke nicht im Preis enthalten sind. Dafür bietet das El Patio eine mexikanische Alternative zum Weißwurstfrühstück. Rebecca Dodaro

El Patio, Herzogstraße 88, Brunch immer sonntags 11 bis 13 Uhr und 13.30 bis 15.30 Uhr, instagram.com/elpatiomuc/?hl=de