Aufatmen beim Landesbetrieb Straßen NRW. Die Landesbehörde hatte innerhalb des Bereiches der Regionalniederlassung Niederrhein, zu der die Kreise Viersen, Wesel, Kleve, Heinsberg und der Rhein-Kreis Neuss sowie die kreisfreien Städte Mönchengladbach und Krefeld gehören, erstmals auf eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Bundes- und Landesstraßen verzichtet.

Nach Auswertung aus Daten von den Referenzstrecken fiel im Herbst 2025 die Entscheidung, im gesamten Bereich der Regionalniederlassung Niederrhein auf eine erneute präventive Bekämpfung zu verzichten. „Die darauffolgende Entwicklungszeit des Eichenprozessionsspinners wurde mit Spannung und im Bewusstsein der potenziellen Folgen eines erneuten Populationsanstiegs beobachtet“, schreibt Straßen NRW in einer Pressemitteilung. Entsprechend habe das Ergebnis für Erleichterung gesorgt. Ein erneutes Erstarken der Population ist ausgeblieben. „Eine positive Entwicklung, die sich hoffentlich auch in den kommenden Jahren fortsetzt“, so der Landesbetrieb.

Der Erstbefall in der Region war im Jahr 2002 im Kreis Kleve nahe der niederländischen Grenze (Bereich der Straßenmeisterei Geldern) festgestellt worden. Nach ersten Versuchen zur Eindämmung des Schädlings etablierte sich ab 2007/2008 eine flächendeckende Bekämpfung mittels eines biologischen Biozids. Ihren Höchststand erreichte die Population in den Jahren 2018 bis 2020, begünstigt durch die vorangegangenen extremen Hitzeperioden. In dieser Phase musste sogar eine Bekämpfung aus der Luft per Helikopter organisiert werden.

In den Folgejahren zeigte sich laut Straßen NRW an unbehandelten Referenzstrecken eine deutliche Abschwächung der Population. Entsprechend ging auch der Aufwand für die Straßenmeistereien zurück. Zuvor hatten die Kolleginnen und Kollegen die Einsätze oft im Mehrschichtbetrieb und mit eigens dafür angeschafften Turbinenspritzen durchgeführt. Die Erfahrungen von Straßen NRW decken sich mit denen des Kreises Viersen, der ebenfalls in diesem Jahr auf die Bekämpfung verzichtet.