Das nennt man wohl eine Punktlandung: Nach sagenhaften acht Jahren Sanierung soll die Grundschule am Weißen See in Pankow diese Woche in ihr Stammgebäude an der Amalienstraße zurückkehren. „Der Umzug ist für den Zeitraum vom 19. bis 21. August 2026 vorgesehen. Damit kann der Schulbetrieb zum Schuljahresbeginn am 24. August 2026 in dem neu sanierten und restaurierten Schulgebäude aufgenommen werden“, schreibt der zuständige Bezirksstadtrat Jörn Pasternack (CDU) in einer Mitteilung.
Nach vielen Verzögerungen und mehreren geplatzten Fertigstellungsterminen wird das zuletzt ausgegebene Ziel, nun wirklich in den Sommerferien umzuziehen, erreicht: Schüler- und Lehrerschaft können pünktlich zum Schulbeginn am 24. August endlich wieder in „ihrer“ Schule lernen.
Gerechnet hatten damit wohl nur noch wenige Eltern. Schließlich haben sie oft genug erlebt, dass Ankündigungen nicht gehalten wurden. Zudem wurde bis zuletzt am Schulgebäude gearbeitet.
Acht Jahre Lernen am Ersatzstandort: Schulsanierung in Berlin gerät rekordverdächtig lang
So endet die Zeit der achtjährigen Nutzung des Ersatzstandorts in der Falkenberger Straße – und damit sind für viele Kinder auch deutlich längere Schulwege Geschichte. Der Ersatzbau war zunehmend marode geworden, seit Monaten war das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes an der Sulzfelder Straße gesperrt.
Bröckelnde Fensterrahmen, ein gesperrtes Erdgeschoss: der marode Ersatzstandort in der Falkenberger Straße.
© Thomas Schubert
Dabei sollten die Sanierungsarbeiten in der Amalienstraße ursprünglich nur drei Jahre dauern. Sie hatten 2018 begonnen. Dass daraus nun acht Jahre geworden sind, dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe. Der zuständige Bezirksstadtrat Jörn Pasternack (CDU) spricht von einer „außergewöhnlichen Herausforderung“, die auf ihn wartete, als er das Projekt vor drei Jahren übernahm. Insbesondere die Anforderungen, die sich aus dem Denkmalschutz ergaben, brachten eine erhebliche Verzögerung mit sich.
Immer wieder Warten auf die Rückkehr
Hinzu kamen pandemiebedingte Einschränkungen, Lieferengpässe und massive Kostensteigerungen. In der Folge hatten sich die Kosten von ursprünglich geplanten 18,5 Millionen Euro auf knapp 37 Millionen Euro nahezu verdoppelt.
Für Eltern- Schüler- und Lehrerschaft bedeutete die lange Sanierungszeit vor allem eines: Immer wieder Warten auf die Rückkehr.
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Mit dem Umzug in die Amalienstraße kann nun auch die nächste Etappe starten: Am bisherigen Ersatzstandort in der Falkenberger Straße gibt es Pläne, eine Integrierte Sekundarschule zu entwickeln.
Stadtrat wehrt sich gegen neue Vorwürfe
Politisch ist das Thema mit der Rückkehr für Pasternack allerdings nicht beendet. Der Bezirksstadtrat war zuletzt unter Druck geraten, weil die Anfrage des SPD-Abgeordneten Dennis Buchner ergeben hatte, dass offenbar Aufträge an Bauunternehmen vergeben wurden, obwohl die erforderliche Bewilligung des Senats noch gar nicht vorlag.
Die SPD Pankow wirft Pasternack deshalb vor, gegen geltendes Haushaltsrecht verstoßen zu haben. Im schlimmsten Fall könnten dem Bezirk dadurch erhebliche Kosten entstehen, wie die SPD Pankow und die Grünen befürchten.
In einer eigens einberufenen Sondersitzung des Finanzausschusses des Bezirks musste sich Pasternack Ende Juli den unbequemen Fragen der Verordneten stellen. Er konterte mit Verweis auf „unterschiedliche Rechtsauffassungen“ zwischen Bezirk und Finanzsenat, was die Zulässigkeit dieses Vorgehens betrifft. Welche Auffassung sich tatsächlich durchsetzen wird, bleibt offen.