Manche würden sich freuen, wenn Banksy, das Phantom der Kunstwelt, ihr Eigenheim mit einer Arbeit veredeln würde. Seine Kunst wird für viel Geld international gehandelt. Kein Wunder also, dass immer wieder über Diebstähle berichtet wird. Denn Banksy arbeitet überwiegend im öffentlichen Raum. Sobald er seine Kunst über sein Social-Media-Profil als eigenes Werk bestätigt, läuft sie Gefahr, geraubt zu werden: So geschehen 2024, als Diebe am helllichten Tag eine Satellitenschüssel abmontierten, auf die Banksy die Silhouette eines heulenden Wolfs gesprüht hatte.
Banksy hinterlässt Graffiti am Queens Building in London
Man hätte sich also als öffentliche Institution freuen können, dass Banksy im September 2025 am streng bewachten Queens Building, einem Teil des Justizzentrums in London, ein Graffiti hinterließ. Wäre da nicht das Bild: ein Richter mit Perücke und schwarzer Robe, der einem am Boden liegenden Demonstranten mit dem richterlichen Hammer einen überziehen will. Da übt jemand ziemlich offensichtlich Kritik am Rechtssystem. Und natürlich hat das Recht auch eine Antwort auf diesen Banksy: Das Gebäude stehe schließlich unter Denkmalschutz. Einfach mutwillig etwas verändern, kommt nicht infrage. Ein Sprecher der zuständigen Behörde hat das auch schnell klar und deutlich gemacht, sie seien verpflichtet, den ursprünglichen Charakter zu bewahren.
Metallbarrieren schützten das Graffiti von Banksy, das man in London entfernen wollte
Weil einfaches Abwaschen keinen Erfolg hatte, wurde das Graffiti mit einer schwarzen Plastikfolie abgedeckt, danach durch Metallbarrieren verdeckt, später wurde es von Beamten bewacht. Als zusätzliche Schutz war eine Überwachungskamera angebracht worden. Erst mit einer speziellen Laser-Technologie stellte sich der gewünschte Erfolg ein. Statt eines Wertzuwachses am Gebäude durch Kunst stehen nun 85.000 Pfund Ausgaben zu Buche, also rund 100.000 Euro.