Blick auf das Börsenparkett der Frankfurter Börse.

Marktbericht

Stand: 17.08.2026 • 18:13 Uhr

Zum Start in die neue Woche fehlte es dem deutschen Aktienmarkt an Schwung. Nach seiner jüngsten Rekordjagd gab der DAX leicht nach. Aufregung gab es um den Rüstungszulieferer Steyr Motors.

Der deutsche Aktienmarkt ist verhalten in die neue Woche gestartet. Nach einer ruhigen Börsensitzung ist der DAX 0,4 Prozent tiefer bei 26.338 Punkten aus dem Handel gegangen.

Die Ungewissheit im Iran-Krieg und die schwächere Tendenz der Standardwerte in New York bremsten den Schwung.

Am Freitag hatte der DAX mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 26.440 Punkten geschlossen. Am Mittwoch hatte der deutsche Leitindex mit 26.573 Zählern ein Rekordhoch erreicht.

„Bei täglich weiter nachlassenden Schwankungen notiert der Index in Tuchfühlung mit den erst vergangene Woche erreichten Rekordständen“, schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Anleger setzen darauf, dass aus politischen Gründen vor den Zwischenwahlen in den USA weder eine neue Eskalation in Nahost noch eine Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank droht.“

Positiv schlägt weiterhin zu Buche, dass die Inflations- und Zinssorgen an den Börsen nachlassen. In den USA war der monatliche Arbeitsmarktbericht schwach ausgefallen. Und ein leichter Rückgang der US-Inflation dämpfte die Erwartung, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte im September den Leitzins anheben.

Auch die erfolgreich ausgefallene Berichtssaison stützte die Kurse. Das könnte nach Ansicht der Fachleute von der DZ Bank so bleiben: „Die Unternehmensgewinne wachsen kräftig genug, um die Kurse weiter zu tragen. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal liefert unseres Erachtens die fundamentalen Belege für diesen Ausblick.“

Aber die verfahrene Lage am Persischen Golf bleibt ein Risikofaktor, der unter genauer Beobachtung der Investoren steht. Aktuell schwinden die Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen zwischen den USA und Iran. Nordseeöl der Sorte Brent notierte am frühen Abend ein halbes Prozent höher bei 89 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Weiter steigende Ölpreise würden erneuten Druck auf die Verbraucherpreise ausüben. Die Inflationserwartungen würden steigen, das wiederum könnte die Fed dazu zwingen, Zinserhöhungen doch noch in Erwägung zu ziehen.

Shane Oliver, Chefvolkswirt beim Finanzdienstleister AMP, zeigte sich jedoch gelassen. „Auch wenn es in der Pattsituation mit dem Iran um die Straße von Hormus noch keine Lösung gibt, bleibt unser Hauptszenario, dass die Ölpreise in einer Spanne von 70 bis 100 Dollar bleiben werden“, sagte der Experte. „Der Iran dürfte verhindern, dass sie tiefer fallen, während die USA versuchen, den Markt zu beruhigen, wann immer sie über 100 Dollar steigen.“

Vonseiten der Unternehmen blieb es heute ruhig. Im DAX waren einmal mehr Aktien mit KI-Bezug wie Siemens Energy und Infineon gefragt. Die Stimmung im KI-Sektor wurde von der Nachricht aufgehellt, dass der Umsatz des KI-Entwicklers Anthropic im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mindestens das Vierzehnfache gestiegen ist.

Schwere Verluste musste dagegen die Aktie von Steyr Motors einstecken. Der österreichische Motorenbauer senkte seine Geschäftsziele für das laufende Jahr und strich seine Prognose für 2027 wegen Verzögerungen bei internationalen Rüstungsprojekten. Die den betroffenen Projekten zugrunde liegende Nachfrage bestehe nach Einschätzung des Vorstands fort, so das Unternehmen. „Allerdings verschieben sich die erwarteten Umsatzbeiträge teilweise um ein bis zwei Jahre.“ Die Aktie verlor über 20 Prozent.