Heiner Schmitz, ehemaliger Professor für Fotografie an der Fachhochschule Dortmund, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. In den vergangenen Wochen zeigte er in der cubus kunsthalle Fotografien, die bei einigen seiner insgesamt 17 Reisen ins Westjordanland entstanden sind. Es sind künstlerisch überzeugende und zugleich brisante Dokumente eines politischen und menschlichen Desasters, das bislang ungelöst ist. „Besetztes Leben“ hieß die wichtige Ausstellung, die den Nahostkonflikt in seinen konkreten Auswirkungen zeigt. In einer Broschüre sind zudem die Lebensgeschichten der abgebildeten palästinensischen Familien nachzulesen.

Bei der Kontaktaufnahme und Übersetzung half Heiner Schmitz der in Duisburg lebende Vizepräsident der Deutsch-Palästinischen Gesellschaft, Ribhi Yousef. Jetzt ist in der cubus kunsthalle eine Fortsetzung dieser Ausstellung zu sehen. Sie heißt „Entlang der Mauer“ und konzentriert sich auf ein einziges Motiv: die acht Meter hohe Mauer, die im Jahr 2002 von Israel um die palästinensischen Gebiete errichtet wurde. Heiner Schmitz reiste einige Jahre später in dieses Gebiet, um sich fotografisch mit dieser Trennmauer zu befassen.

Seine Idee war eigentlich, Menschen auf beiden Seiten der Mauer zu fotografieren und sie nach ihrer Meinung zu dieser Trennmauer zu befragen. Nach fünf Tagen habe er aber, so Heiner Schmitz, seine Bemühungen auf israelischer Seite aufgegeben. Hier sei niemand bereit gewesen, sich vor diesem „schrecklichen Bauwerk“ fotografieren zu lassen, geschweige denn dazu Stellung zu nehmen. Diese Probleme habe er auf der palästinensischen Seite nicht gehabt. Hier sei keine Überredungskunst nötig gewesen. Die Menschen seien bereit gewesen, von den Schwierigkeiten, den Kontrollen und Schikanen zu berichten. An dieser Lage habe sich bis heute nichts geändert.

Während der zunächst dreiwöchigen Ausstellungszeit hält Heiner Schmitz an den Sonntagen 23. und 30. August, jeweils um 15 Uhr, einen Lichtbildervortrag, in dem er über die Situation vor Ort berichtet.

Die cubus kunsthalle, Friedrich-Wilhelm-Straße 64 (Kantpark), ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne gesehen.