
AUDIO: Nachrichten 15:00 Uhr – 17.08.2026 (4 Min)
Stand: 17.08.2026 18:50 Uhr
Das UKSH in Kiel hat seit Montag ein neues Fahrradparkhaus – eines der größten in Norddeutschland, heißt es von der Klinik. Es ist zunächst nur für Mitarbeitende und Studierende gedacht. Kritik kommt vom Steuerzahlerbund.
Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel ist am Montagvormittag ein neues Fahrradparkhaus eröffnet worden. Es hat nach Klinikangaben etwa 1.300 Stellplätze und ist eines der größten und modernsten Fahrradparkhäuser in Norddeutschland, heißt es vom UKSH. Gekostet hat der Bau etwa 18 Millionen Euro – davon kamen etwa 6 Millionen vom Bund.
Kostenlos für Mitarbeitende und Studierende
Auf drei Stockwerken gibt es unterschiedliche Abstellplätze, zum Beispiel für ganz normale Fahrräder, Lastenräder und E-Bikes. Dazu kommen laut UKSH etwa 600 Lademöglichkeiten für Akkus, hunderte Spinde und eine Reparaturwerkstatt. Für Klinikmitarbeitende und Studierende ist das Parkhaus rund um die Uhr geöffnet und kostenlos. Besucher dürfen es zunächst nicht benutzen – laut UKSH hätte es der Bund sonst nicht gefördert.
Kritik vom Steuerzahlerbund: „Luxusprojekt“
Der Steuerzahlerbund Schleswig-Holstein kritisiert die Baukosten von etwa 18 Millionen Euro und spricht von einem „Luxusprojekt“. Mit dem Geld hätten an öffentlichen Gebäuden des Landes deutlich mehr und schlichtere Fahrradstellplätze entstehen können – auch, wenn diese dann schlichter gestaltet wären, sagte ein Sprecher. Das Parkhaus stehe in keinem Verhältnis zu anderen Radabstellflächen vor öffentlichen Gebäuden des Landes.

54 Prozent der Befragten sind mit der Fahrrad-Infrastruktur zufrieden. Viele Menschen wünschen sich mehr Rücksicht im Verkehr und getrennte Radwege.
Manche dieser Abstellflächen hätten nicht mal ein Dach über dem Kopf. Es sei zwar richtig, so viel Geld in Fahrradabstellflächen zu investieren. Einfachere und flächendeckendere Fahrradparkplätze wären aber besser, sagt Rainer Kersten, Geschäftsführer vom Steuerzahlerbund. Zum Beispiel einfache Abstellbügel und ein Dach seien schon genug.
UKSH: Fahrradparkplätze günstiger als Autoparkplätze
Jens Scholz ist im Vorstand des UKSH. Er hält dagegen, die Fahrradstellplätze seien deutlich günstiger als die für Autos. Außerdem ginge das UKSH damit einen wichtigen Schritt hin zur nachhaltigen Mobilität. „Wenn man Mobilität will, dann muss man auch investieren“, sagt Scholz.
Frederik Meißner von der Ortsgruppe Kiel des Verkehrsclub Deutschland (VCD) nennt die Eröffnung des Parkhauses „erfreulich“. Das Angebot sei gut für hochwertige Fahrräder wie E-Bikes. Zudem sei das UKSH ein großer Arbeitgeber, für den es auch viele Abstellflächen brauche – bisher seien die Räder vor dem Standort kreuz und quer abgestellt worden.

Das Fahrradparkhaus „Kieler Umsteiger“ wird modernisiert. So sollen 200 Fahrräder mehr Platz finden als bislang.

In Schleswig-Holstein geht die Zahl der Fahrraddiebstähle insgesamt zurück. Ermittler sehen aber einen Trend zu hochwertigen Rädern.

Mehr als 1.000 schrottreife Fahrräder wurden in diesem Jahr bereits von den Kommunen eingesammelt. Das kostet bis zu 50 Euro pro Rad.

Der ADFC hat Stationen an rund 180 Bahnhöfen bewertet. Knapp ein Drittel erhielten die Note 5 oder schlechter.

Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage von #NDRfragt. 80 Prozent bewerten die Fahrradinfrastruktur mit gut bis sehr gut.