Als Titelverteidiger geht der SC Magdeburg in die neue Saison der Handball-Bundesliga. Für Ex-Profi und TV-Experte Stefan Kretzschmar ist klar, dass auch in der Spielzeit 2026/27 kein Weg an dem Traditionsverein von der Elbe vorbeiführen wird. Während er den Füchsen Berlin ein eher schwieriges Jahr prognostiziert, glaubt der ehemalige Nationalspieler an eine Wiederauferstehung des THW Kiel.

Im Gespräch mit „handball-world“ hatte Stefan Kretzschmar auf Nachfrage, wer sich denn in der HBL-Saison 2026/27 zum Meister krönen wird, eine eindeutige Antwort parat. „Der SC Magdeburg. Da muss ich noch nicht mal drüber nachdenken“, legte sich der 53-Jährige im Gespräch mit dem Online-Portal fest. Echte Spannung erwartet der Ex-Profi eher im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Hinter dem SCM sei „vieles möglich“, meinte der einstige DHB-Star und verwies darauf, dass sich mit dem THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, den Füchsen Berlin und dem VfL Gummersbach eine ganze Reihe von Teams die Ambitionen haben, ganz vorne mitzumischen: „Und dort tue ich mich schwer, ein Ranking aufzustellen. Da kannst du würfeln.“ Etwas Sorgen bereitet ihm sein Ex-Arbeitgeber von der Spree jedoch.

Handball: Auf die Füchse Berlin wartet eine „harte“ Saison

„Die Füchse darfst du sowieso nie unterschätzen, solange Mathias Gidsel in diesem Verein spielt“, sagte Kretzschmar über den Hauptstadt-Klub, ehe er allerdings hinterherschob: „Ich glaube aber, dass es hart wird in der kommenden Saison. Die Abgänge von Lasse Andersson, Dejan Milosavljev und Lukas Herburger werden sich nicht so leicht ersetzen lassen.“ 

Weitaus positiver blickt der gebürtige Leipziger da schon in die Zukunft des THW Kiel, der in der neuen Spielzeit erstmals seit 33 Jahren nicht international vertreten sein wird. „Ich traue ihnen nach der enttäuschenden letzten Saison zu, diesmal die positive Überraschung zu werden“, ließ Kretzschmar mit Blick auf den deutschen Handball-Rekordmeister aufhorchen.

Nach der schwachen Saison trennten sich die Zebras von Filip Jicha, der seit 2019 als Chefcoach an der Seitenlinie stand. Ersetzt wurde der ehemalige Weltklasse-Handballer durch den Norweger Börge Lund, der zwischen 2007 und 2010 für die Kieler auflief und seit 2020 den norwegischen Klub Elverum Handball trainierte.