Wenn sie fertig ist, wird die Johann-Strauß-Grundschule im Augsburger Stadtteil Haunstetten die modernste Schule der Stadt sein. Pausenhof, Schulgarten und grünes Klassenzimmer auf dem Dach, Lernhaus-Konzept, Medienbibliothek, Elterncafé: Die Liste der besonderen Angebote ist lang. Doch die Schülerinnen und Schüler müssen sich jetzt länger als erwartet gedulden, bis sie ins neue Schulhaus ziehen können. Lange ging die Stadt davon aus, dass der Prestigebau in diesem Sommer fertig wird und der Unterricht dort nach den Sommerferien beginnen kann. Doch daraus wird jetzt nichts. Intern ist die Verzögerung schon seit Monaten bekannt. Öffentlich gemacht wurde sie aber nicht.
Noch im Oktober vergangenen Jahres konnten Anwohner die Baustelle in Haunstetten besichtigen. Die Aula samt Bühne wurde vorgestellt, ebenso die Klassenzimmer und Gemeinschaftsflächen – letztere erhalten Tageslicht durch imposante Lichtkuppeln. Der Beginn des Schuljahrs 2026/2027 wurde damals noch als Starttermin genannt. Dass der Termin nicht gehalten werden kann, weiß die Stadt schon seit Anfang dieses Jahres. Da sei deutlich geworden, dass ein Einzug zum Sommer 2026 nicht ohne Restrisiken möglich wäre und gegebenenfalls noch Nacharbeiten des Schulbetriebes erforderlich werden könnten.
Das Bildungsreferat habe deshalb mit der Schulleitung abgestimmt, dass ein Schulstart dort erst erfolgen solle, wenn die Baumaßnahme im Gebäude vollständig abgeschlossen ist, teilt das Baureferat auf Anfrage mit. Der Start wurde also noch von der Vorgängerregierung auf März 2027 verschoben.
Johann-Strauß-Grundschule bleibt im Kostenrahmen und soll 59,1 Millionen Euro kosten
Kommuniziert wurde er der Öffentlichkeit nicht. „Der neue Zeitpunkt der Nutzungsausnahme wurde mit allen betroffenen Dienststellen abgestimmt“, heißt es dazu kurz und knapp aus dem Baureferat. Bis dahin könne die Schulfamilie im Bestandsgebäude bleiben. Der genehmigte Kostenrahmen von 59,1 Millionen Euro werde offenbar eingehalten.
In der neuen Grundschule in Augsburg entstehen zwei Horte
Die zwei städtischen Horteinrichtungen mit Platz für insgesamt 200 Kinder, die ebenfalls im neuen Schulhaus der Johann-Strauß-Grundschule untergebracht sind, können demnach ebenfalls erst mit Abschluss der Baumaßnahme an den Start gehen. „Ab Herbst dieses Jahres wird das Personal für die beiden Horte inklusive der Leitungen akquiriert, die die nachmittäglichen Bildungs- und Betreuungsbereiche dann bereits gemeinsam aufbauen werden“, teilt das Bildungsrefererat mit.
Ab der offiziellen Übergabe der Immobilie und dem Start des Schulbetriebes (zum Schulhalbjahr 2026/2027) werde mit dem stufenweisen Aufbau der Horte begonnen.