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In Düsseldorf kommt mal wieder alles Schlechte zusammen! Nach zwei Spielen kein Punkt auf dem Konto und die Aufbruchstimmung nach dem Abstieg schon wieder vollkommen weg.
Dafür gibt es mehrere Ursachen, die in Teilen längst nicht so offensichtlich sind wie in der letzten Saison. Da hatte eine vollkommen (selbst)überschätzte Truppe auf dem Platz gestanden, die nie als Einheit funktioniert hat und in der fast jeder meinte, für etwas Besseres bestimmt zu sein. Diesen Vorwurf kann man dem neuen Team (bisher) nicht machen, aber es gibt andere Dinge, die problematisch sind.
Das „Pokal“-Problem
Schon vor dem Drittliga-Start hatten die Verantwortlichen die Spieler gewarnt: JEDER Gegner wird Fortuna Düsseldorf einen „Pokal-Fight“ liefern und versuchen, den vermeintlichen Favoriten zu schocken. Der Zweitliga-Absteiger ist der größte Verein der Liga, hat im Sommer eine Reihe von gestandenen Zweit- und Erstliga-Stars geholt – deswegen werden die Gegner immer über 100 Prozent geben. Fortuna war dafür bisher nicht bereit, hat eher weniger als 100 Prozent gegeben. In Mannheim (1:2) war das Team taktisch nicht diszipliniert, gegen Hoffenheim (0:2) in den Zweikämpfen gar nicht da. Düsseldorf muss SOFORT die 3. Liga verstehen und annehmen.
Das Ende-Dilemma
Alexander Ende (46) hat mit seinen falschen Startelf-Entscheidungen in Mannheim nicht nur die Pleite mitzuverantworten, sondern so auch selbstverschuldet eine hitzige Diskussion entfacht. Dabei gehen einige über Kritik an seinen temporären Einschätzungen hinaus und stellen seine Eignung als Fortuna-Coach infrage. Dass das Ende nicht unberührt lässt, ist klar, und bisher hat er nicht den richtigen Weg gefunden, damit umzugehen.
Gegen Hoffenheim machte er plötzlich alles anders, wollte Manndeckung über den ganzen Platz spielen, was gar nicht gelang. Nach BILD-Informationen war auch das Kabinen-Feedback am Tag nach dem Spiel, dass sich das Team mit dieser Taktik total unwohl fühlt. Ende muss sich treu bleiben, darauf ist die Mannschaft ausgerichtet, zudem sind die Verantwortlichen nach wie vor überzeugt von seinen Ideen – die dürfen aber nicht davon abhängen, was andere denken.
Die Anker-Misere
Samir Arabi (47) hat bei seinem XXL-Umbruch ganz bewusst zunächst die „Ankerspieler“ geholt, die die Führung des neuen Teams übernehmen sollen. Aktuell können diese Profis aber nicht führen, weil sie selbst Probleme haben.
Jorrit Hendrix (31) ist nach seiner Roten Karte gegen Hoffenheim schon wieder gesperrt, nachdem er schon in Mannheim nicht dabei war. Dominique Heintz (33) saß im letzten Spiel völlig überraschend auf der Bank, weil Ende bei seiner Manndeckung-Taktik auf andere Verteidiger vertraute. Matthias Zimmermann (34) wird gerade von Position zu Position geschleppt und hat noch keinen Rhythmus gefunden. Lasse Rieß (24) steht seit seinem Mannheim-Patzer vollkommen neben sich. Gerrit Hottmann (26) kämpft viel, aber sein Ertrag ist gleich null. Und Fabian Schleusener (34) brachte nach gutem Beginn in Mannheim gegen Hoffenheim auch nichts auf die Kette. Ohne diese Spieler ist Fortuna verloren.
Das Abstiegs-Trauma
Die Mannschaft ist fast komplett neu, nur ganz wenige Spieler sind mit Fortuna vor drei Monaten abgestiegen – doch dieses Erlebnis steckt trotzdem ganz tief in der Truppe. Sobald es einen Rückschlag gibt, geht es bergab: In Mannheim war der Start gut, nach dem 0:1 ging erstmal lange gar nichts, und gegen Hoffenheim war es genauso – nur ohne guten Start, da war das ganze Spiel schlecht. Alle wissen, dass es in dieser Saison auch um Wiedergutmachung geht. Sobald etwas schiefgeht, wird das zum Riesen-Rucksack, den dieses Team noch nicht tragen kann. Die Spieler müssen sich von dem, was im letzten Jahr passiert ist, freimachen.