Über den den Düsseldorfer Rheinpegel ist in den vergangenen Wochen viel berichtet worden. Neben immer neuen Rekordniedrigständen gibt es in dieser Woche aber noch einen weiteren historischen Anlass: Die Pegeluhr an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade macht endlich wieder, was sie soll: Das historische Stück zeigt den aktuellen Rheinpegel an. Nach mehreren Wochen umfassender Restaurierung wurde das denkmalgeschützte Wahrzeichen im Beisein zahlreicher Gäste offiziell wieder in Betrieb genommen.
„Die Pegeluhr am Rathausufer ist seit mehr als 120 Jahren ein fester Bestandteil des Düsseldorfer Rheinufers und der Stadtgeschichte. Es freut mich, dass dieses Wahrzeichen nach der umfassenden Sanierung nun wieder in Betrieb genommen wurde“, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller. Sein Dank gelte den Düsseldorfer Jonges sowie den Unterstützern, „die sich mit großem bürgerschaftlichem Engagement für den Erhalt der Pegeluhr eingesetzt haben und sie so für die Zukunft bewahren“.
Nach Jahren des Stillstands wurden die Messtechnik sowie die historische Jugendstilfassade der Pegeluhr umfassend instand gesetzt. Verschmutzungen wurden entfernt, schadhafte Fugen ausgebessert und technische Bauteile sowie Zifferblätter dort erneuert, wo es erforderlich war. Damit erfüllt die Uhr wieder ihren ursprünglichen Zweck und zeigt den aktuellen Wasserstand des Rheins an. Da gibt es derzeit zwar nicht viel zu sehen: Der Pegelstand lag am Dienstagmorgen bei -2 Zentimetern – aber das wird immerhin korrekt angezeigt.
Die Restaurierung geht maßgeblich auf das Engagement der Düsseldorfer Jonges zurück. Stadtbildpfleger und Vorstandsmitglied Maximilian Schönauer koordinierte das Projekt über viele Monate, brachte die benötigten Fachfirmen zusammen und begleitete die Abstimmungen mit Behörden und Förderern. „Die Restaurierung war ein anspruchsvolles Projekt, bei dem viele unterschiedliche Beteiligte zusammenarbeiten mussten. Umso schöner ist es, dass die Pegeluhr heute wieder funktioniert und ihren ursprünglichen Zweck erfüllt“, sagte Schönauer. „Wir haben damit nicht nur ein technisches Denkmal instand gesetzt, sondern ein Stück Düsseldorfer Stadtbild für die kommenden Generationen erhalten.“
Jonges-Baas Reinhold Hahlhege betont die besondere Bedeutung des Projekts für den Heimatverein: „Die Pegeluhr gehört zum Rhein – und der Rhein gehört zu Düsseldorf. Sie ist für viele Düsseldorfer ein vertrauter Anblick, ein Stück Stadtgeschichte und für Generationen auch ein ganz besonderer Treffpunkt gewesen“, sagt er. Deshalb sei es für die Düsseldorfer Jonges eine besondere Herzensangelegenheit gewesen, den Erhalt zu sichern. „Dass sie heute wieder den Rheinpegel anzeigt, freut uns ganz besonders. Mein Dank gilt allen Partnern und Unterstützern, die dieses Projekt gemeinsam mit uns möglich gemacht haben.“ Ermöglicht wurde die Restaurierung durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Neben einigen Unternehmen in der Stadt auch durch die Jonges-Tischgemeinschaft „De Hechte“.
Spaziergänger auf der Rheinuferpromenade und Altstadtbummler kennen die historische Pegeluhr am Burgplatz vor allem als romantischen Blickfang und markanten Treffpunkt. Nur wenige wissen, dass der Uhrenturm auch moderne Technik enthält, mit der sich die aktuellen Rheinpegelstände online abrufen lassen. Nun kann man den Pegelstand aber auch wieder vor Ort an der Uhr ablesen – wie es schon Generationen vor uns konnten.