Schreckens-Saison im Jahr 1983

17 Reisen, 17 Pleiten: Als der Club auswärts alles verlor

Aktualisiert am 18.08.2026 – 11:56 UhrLesedauer: 3 Min.

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Torwart und Spielführer Rudolf Kargus (FCN) geschlagen (Archivbild): Ein häufiges Bild in der Spielzeit 1983/1984. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

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Kein Punkt in der Fremde, vier Trainer und 85 Gegentore: Die Saison 1983/84 endete für den 1. FC Nürnberg in einem beispiellosen Debakel. Doch ausgerechnet der historische Tiefpunkt leitete einen radikalen Neuanfang ein.

Am 20. August 1983 tritt der 1. FC Nürnberg auswärts bei Bayer Leverkusen an. Der Club verliert 0:3. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass damit eine Serie beginnt, die bis heute einzigartig in der Bundesliga ist. Nürnberg verliert in der Saison 1983/84 nicht nur sein erstes Auswärtsspiel. Die Mannschaft verliert alle 17 Partien in fremden Stadien. Kein Sieg, kein Unentschieden, kein einziger Punkt: Das schaffte in einer kompletten Bundesliga-Saison keinem anderen Verein.

Die Bilanz liest sich selbst Jahrzehnte später noch verheerend. Auswärts erzielt der FCN lediglich neun Tore und kassiert 46. In zehn der 17 Begegnungen bleibt Nürnberg ohne eigenen Treffer.

Der Kader vom 1. FC Nürnberg in der Saison 1983/1984, hi.v.li.: Horst Weyerich, Alois Reinhardt, Roland Grahammer, Thomas Brunner, Rene Botteron, Stefan Lottermann, Co Trainer Bernd Hartmann; Mitte: Trainer Udo Klug, Norbert Eder, Manfred Burgsmüller, Werner Habiger, Werner Dreßel, Dieter Trunk, Heinz Schneider, Dieter Lieberwirth, Reinhold Schöll, Co-Trainer Fritz Popp; vorn: Reinhold Hintermaier, Jürgen Täuber, Torwart Rudi Kargus, Torwart Herbert Heider, Herbert Heidenreich und Werner Heck. (Archivbild).Vergrößern des BildesDer Kader vom 1. FC Nürnberg in der Saison 1983/1984, hi.v.li.: Horst Weyerich, Alois Reinhardt, Roland Grahammer, Thomas Brunner, Rene Botteron, Stefan Lottermann, Co Trainer Bernd Hartmann; Mitte: Trainer Udo Klug, Norbert Eder, Manfred Burgsmüller, Werner Habiger, Werner Dreßel, Dieter Trunk, Heinz Schneider, Dieter Lieberwirth, Reinhold Schöll, Co-Trainer Fritz Popp; vorn: Reinhold Hintermaier, Jürgen Täuber, Torwart Rudi Kargus, Torwart Herbert Heider, Herbert Heidenreich und Werner Heck. (Archivbild). (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Ausgerechnet beim FC Bayern keimt Hoffnung auf

Dabei wirkt die Mannschaft zunächst nicht wie ein sicherer Absteiger. Zwar beginnt die Saison mit einem 2:4 gegen Bayer Uerdingen, doch zu Hause gewinnt der Club unter anderem gegen Arminia Bielefeld, Kickers Offenbach, Eintracht Braunschweig und den VfL Bochum.

In der Fremde läuft dagegen von Beginn an alles schief. Auf das 0:3 in Leverkusen folgen Niederlagen in Düsseldorf, Bremen, Mannheim und Mönchengladbach. Nach einem 1:3 zu Hause gegen den 1. FC Köln muss Trainer Udo Klug gehen. Rudolf Kröner übernimmt.

In dessen erster Partie scheint die Auswärtsserie ausgerechnet beim FC Bayern München zu enden. Manfred Burgsmüller trifft am 29. Oktober 1983 zweimal, zur Pause führt Nürnberg im Olympiastadion mit 2:1. Doch in der zweiten Hälfte dreht Bayern das Spiel. Michael und Karl-Heinz Rummenigge treffen spät zum 4:2.

Michael Rummenigge (FC Bayern München) erzielt gegen Torwart Rudi Kargus (1. FC Nürnberg) das Tor zum 3:2Vergrößern des BildesMichael Rummenigge (FC Bayern München) erzielt gegen Torwart Rudi Kargus (1. FC Nürnberg) das Tor zum 3:2 (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Nur eine Woche später folgt der nächste Tiefpunkt. Beim VfB Stuttgart geht der Club mit 0:7 unter. Der FCN bezeichnet die Partie später als höchste Niederlage seiner Vereinsgeschichte. Besonders bitter: Im Rückspiel gewinnt Stuttgart in Nürnberg ebenfalls deutlich – diesmal mit 6:0.

Auch abseits des Platzes gerät der Verein ins Schlingern. Kröner bleibt nur 41 Tage im Amt. Auf ihn folgen übergangsweise Fritz Popp und ab Januar 1984 Heinz Höher. Damit beschäftigt der FCN innerhalb einer Spielzeit vier Cheftrainer. Kurz vor Weihnachten tritt zudem Präsident Michael A. Roth zurück.