„Revolution der Militärtechnologie“

15 Minuten aus dem All: Ukraine jagt Russlands Ziele fast live

18.08.2026 – 13:21 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein ukrainischer Soldat steuert eine FPV-Drohne (Archivbild): Der Krieg in der Ukraine wird technologischer. (Quelle: IMAGO/Carlo Bravo/imago)

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Schnelle Daten aus dem All verändern den Alltag ukrainischer Drohnenteams. Eine neue Technologie macht es möglich, deutlich schneller anzugreifen.

Die Ukraine hat den Einsatz kommerzieller Satellitenbilder direkt an der Front deutlich ausgeweitet. Hochauflösende Aufnahmen gelangen inzwischen teils innerhalb von 15 Minuten auf die technischen Geräte von Soldaten, wie die „New York Times“ berichtet. Noch vor einem Jahr konnte es Tage dauern, bis vergleichbare Bilder Frontverbände erreichten.

Das ändert vorrangig den Einsatz von Drohnen gegen Ziele, die ihren Standort schnell wechseln können. Ukrainische Einheiten können mit aktuellen Satellitenbildern etwa Truppenunterkünfte, Munitionslager, Logistikzentren oder Flugabwehrsysteme erkennen. Zudem können sie Flugrouten planen und nach einem Angriff überprüfen, ob ein Ziel getroffen wurde. Regimentskommandeur Mykola Kolesnyk nannte die neuen Aufklärungsmöglichkeiten laut „New York Times“ „eine unglaublich hilfreiche Unterstützung“.

Wie stark sich dadurch die Abläufe beschleunigen können, hatte bereits das „Wall Street Journal“ im Juni berichtet. Demnach verkürzte die Technik bei Testeinsätzen die Zeit zwischen dem Auffinden eines russischen Ziels und dem Angriff um bis zu 90 Prozent.

Ukraine: Satellitenbilder direkt an der Front

Bislang waren Satellitendaten in der Ukraine vor allem höheren Führungsebenen vorbehalten. Bilder mussten mehrere Stellen durchlaufen, bevor sie bei den Einheiten ankamen. Bei beweglichen Zielen konnte die Information zu diesem Zeitpunkt bereits veraltet sein.

Nun wird ein Teil dieses Weges übersprungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das US-Unternehmen Vantor, das nach Angaben der „New York Times“ inzwischen zehn Satelliten betreibt. Sie können täglich bis zu sieben Millionen Quadratkilometer erfassen und denselben Ort bis zu 15-mal am Tag aufnehmen.

UKRAINE-CRISIS/RUSSIA-REFINERY-OMSKVergrößern des BildesEin Satellitenbild zeigt Rauch über der Raffinerie in Omsk: Bis vor kurzem lag Russlands größte Raffinerie noch außer Reichweite der Ukraine. (Quelle: VANTOR)

Das niederländische Unternehmen Bravo1Alpha hat zudem ein System entwickelt, mit dem Soldaten die Daten auf einem Gerät abrufen können, das an eine tragbare Spielekonsole erinnert. Sie können darin nach Zielen suchen, Flugrouten festlegen und teilweise auch Waffen von Drohnen steuern.

Vantor-Manager Will Cocos beschrieb in der „New York Times“, wie weit der Zugriff inzwischen reicht. „Im Grunde übergeben wir ihnen den Satelliten“, sagte Cocos. „Sie sagen ihm, was er fotografieren soll.“

Spuren im Gelände verraten Ziele

Die Bilder sind vorwiegend dort hilfreich, wo klassische Aufklärungsdrohnen an Grenzen stoßen. Diese haben ein höheres Risiko, abgeschossen oder elektronisch gestört zu werden. Zudem erfassen diese jeweils nur ein begrenztes Gebiet. Satelliten ermöglichen dagegen den Vergleich über längere Zeiträume. Soldaten können etwa neue Fahrspuren oder gefällte Bäume erkennen, die darauf hindeuten, wo Russland militärisches Gerät versteckt.