Keine Unterbringung in Psychiatrie

Schüsse vor Dresdner Supermarkt – Mann weiter in Klinik

Aktualisiert am 18.08.2026 – 17:33 UhrLesedauer: 2 Min.

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Absperrband und Einsatzwagen der Polizei sind vor einer Straße und einem Supermarkt zu sehen: Die Dresdner Polizei hat am Morgen einen bewaffneten Mann überwältigt. (Quelle: Katharina Kausche/dpa)

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Mitten in Dresden zielte der Mann mit einer Schusswaffe erst auf Passanten, dann auch auf die Polizei. Trotzdem ist er jetzt auf freiem Fuß

Nach den Schüssen vor einem Dresdner Supermarkt ist der Beschuldigte auf freiem Fuß. Der Unterbringungsbefehl gegen den 41-Jährigen ist unter strengen Auflagen außer Vollzug gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann wird demnach weiter wegen seiner erlittenen Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Die stationäre Behandlung werde voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

Der 41-jährige Türke hatte Mitte Juli mit einer Art Muskete vor einem Netto-Supermarkt im Dresdner Zentrum auf mehrere Menschen gezielt. Nach Polizeiangaben rief er dabei mehrfach „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“). Nachdem er seine Waffe auch auf die Einsatzkräfte richtete, stoppte ihn die Polizei mit zwei Schüssen. Nach seiner Festnahme kam er schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Mann soll weitere Tat begangen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen zudem eine weitere Tat vor: Wenige Tage vor dem Vorfall am Supermarkt soll er mit einem Hammer auf einen 23-Jährigen im Dresdner Zentrum losgegangen sein. Der Mann konnte den Angriff jedoch abwehren und blieb unverletzt.

Wegen seiner psychischen Erkrankung erteilte die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Dresden keinen Haftbefehl, sondern einen Unterbringungsbefehl. Demnach wäre der 41-Jährige nach seinem Krankenhausaufenthalt vorläufig in eine forensische Psychiatrie gekommen.

Schwere psychische Erkrankung wird behandelt

Von dem Beschuldigten gehe laut Einschätzung eines Sachverständigen keine Gefahr mehr aus, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er erhält demnach Medikamente zur Behandlung seiner schweren psychischen Erkrankung, deren Einnahme im Krankenhaus überwacht wird.

Die Ermittlungen gegen den Mann wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und des unerlaubten Führens einer Schusswaffe laufen den Angaben nach weiter. Anhaltspunkte für ein islamistisches Tatmotiv gibt es weiterhin nicht. Auch der beauftragte Sachverständige habe keine islamistischen Gedankengänge bei dem Beschuldigten feststellen können.