Mini-Wohnung in Mailand: Mit durchdachten Lösungen gab ein Architekt diesem Small Space trotz wenig Fläche viel Stauraum und Struktur.
Raumwunder begeistern uns deshalb, weil sie eine begrenzte Fläche optimal, und im Idealfall auf ästhetisch ansprechende Weise, nutzen. Und noch mal mehr, wenn vorhandener Raum dabei auch noch genial transformiert wird. All das ist im Falle dieses Small Space in Mailand gegeben. In der Nähe des Hauptbahnhofs entdeckte der Architekt und Designer Roberto Paoli eine ehemalige Bäckerei, die er für sich als Atelier umbaute und im Zuge dessen direkt nebenan dieses kleine Apartment gestaltete. Es war früher einmal der Hinterraum der Bäckerei und ist über einen ruhigen, mit Kopfsteinpflaster ausgelegten Innenhof zugänglich. Man betritt es über eine Stahltür, die Paoli nach eigenem Entwurf von einem Schmied fertigen ließ. Sie hat ein kleines Fenster, das dem Bad Licht spendet, und eine weitere Scheibe aus Mattglas.
Da die Nähe von Wohnen und Arbeiten nützlich, aber eine Trennung auch wichtig ist, ersann Roberto Paoli eine individuelle Lösung: „Die beiden Bereiche sind durch ein hellblaues, nach meinem Entwurf gefertigtes Schieberegal miteinander verbunden. Im geschlossenen Zustand lässt sich der Übergang zwischen Atelier und Wohnung absolut nicht erahnen“, erklärt Paoli, der jahrelang die Flagship-Stores von Aspesi gestaltet hat und Designobjekte für Artemide, Nemo oder Ligne Roset entwirft. Genau wie im Film verbirgt das Bücherregal, das sich in diesem Fall nicht um die eigene Achse dreht, sondern an der Wand entlanggleitet, einen geheimen Durchgang zum angrenzenden Studio des Architekten – einem etwa 130 Quadratmeter großen Raum für das gesamte Team, der zur Straße hin liegt.

Im kleinen Essbereich kombinierte Roberto Paoli den Tisch „Trampoliere“ mit den petrolblauen Stühlen „Pippi“ (Midj) – allesamt seine eigenen Designs. Dazu Deckenleuchten aus den 1960er-Jahren von Achille Castiglioni für Flos und ein Hocker von Raawii. Der Siebdruck an der Wand ist von Matt McClune.
Foto Beppe Brancato. Styling Giulia Taglialatela