Bewerbung für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044

Stand: 18.08.2026 20:31 Uhr

Am 26. September fällt die Entscheidung, wer sich für Deutschland um die Ausrichtung Olympischer Spiele bewirbt. Es gibt drei nationale Kandidaten, u.a. auch Berlin mit Leipzig. Und der Optimismus dort ist groß.

von Sport im Osten

Leipzig bewirbt sich als Co-Gastgeber zusammen mit Berlin für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Trotz der Konkurrenz aus München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet sind die Entscheidungsträger optimistisch, am Ende die Nase vorn zu haben. „Auf jeden Fall kriegen wir sehr positive Signale über unser Konzept. Dieses Konzept, was ja für das gesamte Ostdeutschland hier steht, kommt sehr gut an“, sagt Kaweh Niroomand, Olympiabeauftragter Berlin. Entscheidend sei, „dass wir auf Bestand setzen“. Damit schiebe man auch jedes Risiko weg, was die Finanzierung und Fertigstellung angeht.

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Kaweh Niroomand: „Wir haben alles, was man braucht“ (4 Min)

Zudem gebe es ein riesiges Modernisierungsprogramm. „Stellen Sie sich vor, wenn die Halle in Leipzig auf 10.000 Mann erweitert wird, was das für eine Anziehungskraft auch in Zukunft hat.“ Leipzigs Olympiabeauftragter, Heiko Rosenthal, sieht Leipzig als wichtigen Partner für das Berliner Konzept. Man sei überzeugt, dass wir „das beste Konzept für Deutschland an dieser Stelle ins Verfahren abgegeben haben“. Sachsens Innenminister Armin Schuster erklärte im Olympia-Talk von SPORT IM OSTEN, dass das Kabinett einen Zuschuss von 60 Millionen Euro für eine neue Ballsporthalle beschlossen habe.

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Innenminister Schuster: „Berlin ist die einzige gemeinsame deutsche Bewerbung“ (2 Min)

Zur Frage der Kosten erklärte Niroomand, dass die Investitionen in die Infrastruktur „20–30 Jahre lang der Stadt zugutekommen, sei es im Wohnungsbau, im Straßenbau oder vor allen Dingen im Sportstättenbau“. Den Investitionsrückstau von einer Milliarde Euro könne Berlin aus dem normalen Haushalt nicht aufbringen. „Da brauchen wir extra Impulse und die Olympischen Spiele können diese extra Impulse bringen.“ Unabhängig von Berlin oder Leipzig erklärte er: „Es ist der große Wunsch, dass Olympia nach Deutschland kommt. Die Umfragen des DOSB liegen bei 70 Prozent Zustimmung.“

München und Rhein-Ruhr-Region mit in der Lostrommel

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bei der Einreichung des Bewerbungskonzeptes

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bei der Einreichung des Bewerbungskonzeptes

Berlin bewirbt sich mit Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele. In Leipzig sind die Wettbewerbe im Reiten auf der Neuen Messe und im Kanu vorgesehen. Am 26. September wird auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über den nationalen Vertreter entschieden. Neben Berlin sind noch München und die Rhein-Ruhr-Region mit Köln im Lostopf um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Hamburg war nach einem Bürgerentscheid, bei dem sich 54,9 Prozent der Bevölkerung gegen eine Bewerbung ausgesprochen hatten, aus dem Rennen ausgestiegen. In München und der Rhein-Ruhr-Region hatte sich bei Bürgerentscheiden eine Mehrheit für Olympische Spiele ausgesprochen. Berlin ist der einzige Bewerber ohne unterstützenden Volksentscheid, hier stimmte der Senat ab.

Kritik wegen fehlendem Volksentscheid und hohen Kosten

Menschen protestieren mit verschiedenen Transparenten gegen die geplante Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin.

Menschen protestieren mit verschiedenen Transparenten gegen die geplante Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin.

Doch nicht nur dieser Punkt stößt auch auf Kritik. Die Grünen, Linken, der BUND und andere Initiativen verweisen auf enorme finanzielle Risiken. Sie fordern stattdessen, dass Geld in die Sanierung von Turn- und Schwimmhallen gesteckt wird. Der Schuldenstand des Landes Berlin liegt aktuell bei rund 67,2 Millionen Euro, Tendenz weiter steigend. Der Sanierungsstau an Berliner Schulen beträgt fünf Milliarden Euro. Unterstützt wird die Initiative u.a. von Diskus-Olympiasieger Christoph Harting. Das Bündnis „NOlympia“ sammelt für ein Volksbegehren Unterschriften. Bis zum 18. Oktober sind 20.000 nötig, um dann einen Volksentscheid herbeizuführen, wären weitere 180.000 Unterschriften nötig.

Seit München 1972 – sieben deutsche Bewerbungen gescheitert

Sieben deutsche Bewerbungen sind seit den Sommerspielen 1972 in München gescheitert. Damit die achte Erfolg hat, bedarf es mehr als einer technisch sauberen Initiative. Der Rückhalt in der Bevölkerung und der Politik gilt beim IOC als wichtigstes Argument. Nach dem gescheiterten Olympia-Referendum in Hamburg 2015 um die Bewerbung für 2024 wissen alle Beteiligten um die Wichtigkeit, aber auch die Brisanz eines Bürgerentscheids.

SpiO/sid

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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