Wer diese Frau bei ihrer täglichen Arbeit auf dem Augsburger Stadtmarkt erlebt, möchte nicht glauben, dass Maria Limmer schon bald ein Jubiläum feiert. „Demnächst bin ich 50 Jahre in der Fleischhalle aktiv“, sagt die Chefin der Metzgerei Hyna. In diesem Unternehmen hat die 64-Jährige ihre Ausbildung begonnen, vor einigen Jahren ist sie als Inhaberin eingestiegen. Maria Limmer erinnert sich an ihre Anfänge in der Fleischhalle: „Es waren damals elf Metzgereien.“ Heute sind es nur noch zwei Metzgereien in der Fleischhalle, zwei andere Betriebe sitzen in der Viktualienhalle. Die Metzgerei Schmid aus Buttenwiesen hat ihren Stand vor Kurzem geschlossen. Gerade mal vier Metzgereien sind am Stadtmarkt jetzt noch präsent. Wohin führt der Weg?

Stadtmarkt in Augsburg: Metzgerei Hyna hat Sonderrolle

Maria Limmer ist ein Mensch, der derzeit nicht ans Aufhören denkt: „Ich habe immer gesagt, solange ich Spaß an der Arbeit habe, mache ich weiter.“ Stammpersonal und Stammkunden sind ein wesentlicher Punkt, warum das Geschäft zufriedenstellend läuft. Maria Limmer sagt andererseits: „Bei der Hitze der jüngsten Zeit ist es kaum auszuhalten.“ Deshalb habe sie an einzelnen Tagen früher geschlossen. Das ist aber nicht die Regel. Die Metzgerei baut auf einheitliche Öffnungszeiten, auch am Nachmittag.

Dass jetzt eine weitere Metzgerei aufhört, „hat mich schon etwas schockiert“, so Maria Limmer. Es gebe immer Geschäftsbeziehungen: „Ich habe mitunter meine Kunden zu Schmid geschickt, wenn sie zum Beispiel Lamm wollten.“ Das habe sich nun erledigt. Maria Limmer möchte nicht wehklagen. Aus ihrer Sicht gehe es beim wirtschaftlichen Überleben um ein stimmiges Konzept. „Ohne Imbiss geht heutzutage gar nichts mehr.“ Das Mittagsgeschäft sei wichtig. Hyna und die Metzgerei Kranzfelder, die aktuell Betriebsurlaub hat, haben Verzehrmöglichkeiten direkt in der Fleischhalle.

Stadtmarkt in Augsburg: Damian Gawlitza hat Wurstverkauf aufgegeben

Urlaub macht derzeit Damian Gawlitza. Er betreibt einen Imbiss mit oberschlesischen Spezialitäten. Stammkunden schätzen die Qualität. Früher verkaufte Gawlitza zudem Wurst, doch das hat er eingestellt. Es seien familiäre Gründe für das Aus ausschlaggebend gewesen: „Mein Onkel, von dem ich die Wurst bezog, hatte den Betrieb in Wuppertal geschlossen.“ Vergleichbare Qualität finde er nicht, argumentierte der Stadtmarkt-Händler.

Die Metzgerei Schmid (links) hat in der Viktualienhalle geschlossen.  Geblieben sind die Tagwerk Bio-Metzgerei und der Bachbauernhof.

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Die Metzgerei Schmid (links) hat in der Viktualienhalle geschlossen. Geblieben sind die Tagwerk Bio-Metzgerei und der Bachbauernhof.
Foto: Michael Hörmann

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Die Metzgerei Schmid (links) hat in der Viktualienhalle geschlossen. Geblieben sind die Tagwerk Bio-Metzgerei und der Bachbauernhof.
Foto: Michael Hörmann

Ende März eröffnete die Bio-Metzgerei Tagwerk am Markt. „Der neue Stand ist für uns weit mehr als ein zusätzlicher Verkaufsort“, heißt es. Und weiter: „In der Augsburger Innenstadt gab es keinen festen Ort für handwerklich hergestellte Bio-Fleisch- und Wurstwaren. Das hat sich geändert.“ Man sei ein kleiner, überschaubarer Betrieb mit eigener Schlachtung, integrierter Verarbeitung und kurzen Wegen. Aktuell sind die Öffnungszeiten reduziert gegenüber der Anfangsphase. Der Bachbauernhof hat ebenfalls eine Filiale in der Viktualienhalle.

Trotz wiederholter Anfrage wollte sich die Metzgerei Schmid nicht zu den Gründen für das Aus auf dem Stadtmarkt äußern. In der Region hat die Metzgerei weitere Filialen. Im vergangenen Jahr hatte die Metzgerei ein Insolvenzverfahren durchlaufen, das nach einer erfolgreichen Sanierung aber wieder aufgehoben wurde.