Nur wenige Produkte wandern am Mittwochmittag über die Selbstbedienungskasse des Feneberg-Supermarktes in der Augsburger City-Galerie. Ein kühles Getränk, ein Snack für die Mittagspause – die meisten Kundinnen und Kunden kaufen eher zufällig dort ein, manche sogar zum ersten Mal. Betroffen macht sie die anstehende Schließung der Filiale nicht. Das Hinweisschild am Eingang haben viele gar nicht bemerkt. Für die Beschäftigten des Supermarktes ist die Angelegenheit emotionaler.

Feneberg schließt Filiale in der Augsburger City-Galerie

Die Allgäuer Supermarktkette hatte Anfang des Jahres ein Insolvenzverfahren in Eigenregie gestartet. Im Juli wurde bekannt, dass Rewe und die Investorengruppe LEH Allgäu die 72 Feneberg-Standorte jeweils zur Hälfte übernehmen sollen. Wie es mit der Augsburger Filiale weitergehen würde, war bis zuletzt unklar. Jetzt steht fest: Fünf Standorte sollen geschlossen werden, darunter der Markt in der City-Galerie. Ab 29. August wird der Verkauf eingestellt.

Wie aus Mitarbeiterkreisen zu vernehmen ist, kam die Entscheidung für das Team vor Ort nicht ganz überraschend. Der Lebensmittelmarkt in der City-Galerie lief offenbar schon seit Längerem nicht so, wie er sollte: Die Miete sei hoch und die Lage im zweiten Stock des Einkaufszentrums nicht ganz optimal, meint ein Mitarbeiter. Dass erneut ein Supermarkt dort einzieht, kann er sich nicht vorstellen.

Ein Schild am Eingang zur Feneberg-Filiale weist auf die anstehende Schließung hin. Der Markt befand sich seit 2019 im zweiten Stock der City-Galerie.

Icon vergrößern

Ein Schild am Eingang zur Feneberg-Filiale weist auf die anstehende Schließung hin. Der Markt befand sich seit 2019 im zweiten Stock der City-Galerie.
Foto: Peter Fastl

Schließen

Icon Schließen

Icon vergrößern

Icon verkleinern

Icon Pfeil bewegen

Ein Schild am Eingang zur Feneberg-Filiale weist auf die anstehende Schließung hin. Der Markt befand sich seit 2019 im zweiten Stock der City-Galerie.
Foto: Peter Fastl

Dass die Filiale zumacht, wissen die Beschäftigten seit Ende Juli – und sie befinden sich bereits in Gesprächen, die über ihre berufliche Zukunft entscheiden. Laut einer Sprecherin von Feneberg sei allen eine Weiterbeschäftigung in einem anderen Markt angeboten worden. Eine Mitarbeiterin vor Ort bestätigt das: „Sie lassen uns nicht im Regen stehen, sondern kümmern sich gut um uns“, sagt sie. Bei der Suche nach einer passenden Rewe-Filiale seien alle nach ihren örtlichen Präferenzen gefragt worden.

Mitarbeiterin von Feneberg in Augsburg blickt wehmütig auf das Filial-Aus

Dass sich ihr Arbeitsort ändern wird, ist für die Mitarbeiterin eher nebensächlich. „Ich kann überall unterkommen, mir geht es eher um die Kollegen“, sagt die Frau, die seit 41 Jahren bei dem Unternehmen beschäftigt ist. Vor dem nächsten Satz muss sie kurz schlucken. Ihre Augen werden glasig. „Wir waren ein tolles Team, das wird richtig fehlen.“

Für Center-Manger Axel Haug war die Filialschließung „in keinem Fall absehbar“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Er war davon ausgegangen, dass der Markt von den neuen Investoren übernommen wird. Dass es jetzt doch anders gekommen ist, sei schade – besonders wegen der Beschäftigten. Ab wann die Fläche neu vermietet werden kann und welche Geschäfte dafür infrage kommen, könne er derzeit noch nicht sagen.