Rapper Kanye West spielt angeblich im Oktober in St. Petersburg – meldet zumindest ein Telegram-Kanal von Gazprom.

Die Rückkehr von Kanye West alias Ye ins Livegeschäft nimmt weiter Form an. Nach Gigs in Los Angeles, Tampa, San Antonio, in der Türkei (vor 118.000 Zuschauern), den Niederlanden, Georgien, Albanien, Spanien, Portugal und zuletzt in Kasachstan sollen im Oktober zwei Auftritte in der Gazprom-Arena stattfinden. Das geht aus einem Beitrag des Stadions des Fußballvereins Zenit St. Petersburg auf Telegram hervor.

Demnach will der Rapper vor jeweils 70.000 Zuschauer:innen am 10. und 100. Oktober spielen. Wie es heißt, kosten Karten ab 9000 Rubel (etwas mehr als 90 Euro). Danach wird es allerdings teuer: Wer Ye in St. Petersburg sehen will, muss von 15.000 bis 225.000 Rubel blechen – also knapp 150 bis 2279 Euro! Die staatliche Nachrichtenagentur TASS meldet, dass die günstigsten Eintrittskarten bereits alle ausverkauft seien.

In den letzten Wochen erwies sich der Versuch des Musikers, auf der Bühne wieder Fuß zu fassen, als komplizierte Angelegenheit. Wegen seiner drastischen antisemitischen Äußerungen (unter anderem pries er Adolf Hitler) und anderen Auffälligkeiten in der Vergangenheit gab es von mehreren europäischen Ländern direkt Auftrittsverbote, darunter von Großbritannien, Frankreich, Polen, der Schweiz, Italien und Brasilien. Da half es auch nichts, dass sich Ye für sein Verhalten Anfang des Jahres entschuldigte und von einer unbehandelten bipolaren Störung als Auslöser sprach.

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Forderungen aus Russland

Die Gigs in Russland stehen allerdings auch schon unter Beschuss. Der Abgeordnete Nikolay Novichkov erklärte, ausländische Künstler, die in Russland auftreten wollen, müssten sich zunächst öffentlich für den Krieg gegen die Ukraine aussprechen. Fraglich, ob sich der 49-Jährige darauf einlässt.

„Wenn sie Geld verdienen wollen, müssen sie verstehen, dass sich das Land in einer besonderen Militäroperation befindet und moralische Unterstützung von Kulturschaffenden benötigt – sofern sie sich selbst als solche betrachten“, sagte Novichkov gegenüber „Ostorozhno Novosti“. „Sollte dies nicht geschehen, werde ich die Absage der Konzerte fordern.“

Sollten die Konzerte wie geplant stattfinden, wären es die größten eines westlichen Popstars seit dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2022.

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