Das Entsetzen in der städtischen Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg war groß. Ein Musiklehrer war Ende August vergangenen Jahres festgenommen worden. Rund 25 Jahre lang hatte er dort Kinder und Jugendliche unterrichtet, zudem dozierte er auch an der Musikschule Wertingen. Doch hinter der Fassade des etablierten Musikpädagogen taten sich offensichtlich pädophile Abgründe auf. Am Landgericht Augsburg wurde der 59-Jährige nun zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Für welche Taten der Mann die Freiheitsstrafe absitzen muss.

Die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gegen den Augsburger Musiklehrer hatte es in sich: Sexueller Missbrauch in zwei Fällen, Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen sowie der Besitz von Kinderpornos wurden dem Mann aus Augsburg vorgeworfen. Zwei Tage wurde am Landgericht verhandelt. Wie Gerichtssprecher Michael Rauh berichtet, sei der Musiklehrer bereits im Ermittlungsverfahren gegen ihn sowie auch im Prozess, der teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, vollumfänglich geständig gewesen. Das habe den betroffenen Kindern die Zeugenaussagen erspart. Sie waren auf unterschiedliche Weise zu Opfern geworden.

Vier Jahre Gefängnis: Urteil gegen Musiklehrer aus Augsburg

So hat der Musiklehrer in zwei Fällen ein Mädchen im Alter von acht Jahren ober- und unterhalb der Kleidung berührt, was das Gericht als sexuellen Missbrauch wertete. In 22 Fällen filmte er Schülerinnen unter deren Röcken. Taten, die als sogenanntes Upskirting bezeichnet werden. Die Betroffenen waren im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Zudem wurden bei dem Mann über 300.000 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt gefunden, die er sich aus dem Darknet besorgt hatte. Über diese Spur war der Musiklehrer, der bis dahin als unbescholten und unauffällig galt, in das Visier der Ermittler geraten.

Im Darknet besorgte sich der Augsburger Kinderpornos

Denn im Rahmen eines großen Ermittlungskomplexes der nordrhein-westfälischen Behörden gegen eine kinderpornografische Plattform im Darknet war die Polizei erst auf die Spur des Augsburgers gekommen. Er soll sich unter den dort registrierten Nutzern befunden haben. Schnell wurde die Privatadresse des Lehrers durchsucht. Die Beamten sollen dort umfangreiche Beweismittel sichergestellt haben. Die Ermittlungen leitete die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, die für die Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet zuständig ist. Sie erhob die Anklage. Der 59-Jährige sitzt seine Gefängnisstrafe nach Informationen unserer Redaktion in der JVA Gablingen ab.