München will 2028 erneut das Endspiel in der Fußball-Champions-League der Männer ausrichten. Das beschloss der Feriensenat des Stadtrats in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig. Die Entscheidung mitten in den Sommerferien war notwendig, weil das Exekutivkomitee des europäischen Fußballverbandes Uefa bereits am 15. September das Finale vergeben will.

Bei einem Zuschlag wäre München zum sechsten Mal Austragungsort des Endspiels im wichtigsten europäischen Fußball-Wettbewerb, nach 1979, 1993, 1997, 2012 und 2025. Nur in London fand es häufiger statt, nämlich bislang achtmal.

Die erfolgreiche Organisation im vorigen Jahr hatte bei den europäischen und deutschen Fußball-Funktionären offenbar einen so guten Eindruck hinterlassen, dass sie bereits Ende 2025 ihr Interesse an einer Rückkehr in die bayerische Landeshauptstadt hinterlegten. „München hat 2025 einmal mehr gezeigt, dass wir Sportgroßereignisse auf höchstem internationalen Niveau ausrichten können“, resümierte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) angesichts der neuerlichen Bewerbung. „Eine erneute Austragung wäre eine große Chance, München als weltoffene, sportbegeisterte und leistungsfähige Gastgeberstadt international zu präsentieren.“

Gerade im Kontext der laufenden Olympiabewerbung könnte sich die Vergabe des Fußball-Finales als weiterer Pluspunkt für München auswirken. Nur elf Tage nach dem Votum der Fußballer wählt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baden-Baden aus dem Trio München, Berlin und Rhein-Ruhr-Gebiet mit Köln als Zentrum seinen nationalen Kandidaten für eine Bewerbung um Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Ebenfalls Mitte September vergibt auch der Leichtathletik-Weltverband WA seine globalen Titelkämpfe für die Jahre 2029 und 2031; dafür ist München ebenfalls im Rennen.

Wie im vergangenen Jahr sind auch 2028 insgesamt vier Veranstaltungstage mit Fan-Aktivitäten rund um das Champions-League-Finale geplant, vom 25. bis zum 28. Mai. Das Endspiel selbst ist für den 27. Mai in der Arena in Fröttmaning terminiert. Beppo Brem, der sportpolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, wies darauf hin, dass 2025 „der finanzielle Mehrwert für München erheblich“ gewesen sei: Die Hotelzimmer seien zu 90 Prozent ausgelastet gewesen, der touristisch bedingte Umsatz wird auf 46 Millionen Euro geschätzt. Und dabei blieben die Organisationskosten für die Stadt erfreulicherweise im Rahmen: Statt der ursprünglich veranschlagten 8,6 Millionen Euro an Zuschüssen, wurde der städtische Haushalt mit nur 4,8 Millionen Euro belastet.

Das Finale 2028 bekäme die Stadt nun noch einmal „deutlich günstiger“, wie Brem erklärte, ohne genaue Zahlen nennen zu wollen. Die wurden lediglich in der Sitzungsvorlage für den nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung genannt: Demnach würde der Aufwand in zwei Jahren sogar nur etwa halb so hoch ausfallen wie die Gesamtkosten 2025 und rund 2,4 Millionen Euro betragen. Erklären lässt sich das auch damit, dass die Uefa zu weitreichenden Zugeständnissen bereit war, weil offensichtlich nicht mehr allzu viele Städte und Stadien den Ansprüchen und Anforderungen für ein großes Finale genügen.