Zuerst veröffentlicht am
19/08/2026 – 12:20 MESZ

Ermittler der ukrainischen Antikorruptionsbehörden haben am Mittwochmorgen eine größere Operation gestartet. Sie richtet sich gegen eine mutmaßliche kriminelle Organisation, in die Politikerinnen und Politiker sowie hohe Regierungsvertreter verwickelt sein sollen – darunter Mitglieder der Präsidialverwaltung von Wolodymyr Selenskyj.


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Ehemalige stellvertretende Justizministerin im Visier

Nach Angaben ukrainischer Medien durchsuchte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) Objekte, die mit Iryna Mudra, einer stellvertretenden Leiterin des Präsidialamts, sowie mit dem Parlamentsabgeordneten Vadym Stolar in Verbindung stehen.

NABU und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) erklärten, sie führten eine Operation durch, um eine von ihnen als „kriminelle Organisation, die unter der Leitung eines amtierenden und eines ehemaligen ukrainischen Abgeordneten agiert und in die hochrangige Mitarbeiter des Präsidialbüros und andere verwickelt sind“ bezeichnete Struktur aufzudecken.

Die Behörden nannten zunächst weder Namen noch konkrete Vorwürfe. Weitere Details sollen später folgen.

Die Ermittlungen mit dem Codenamen „Forest Gump“ sind die jüngste prominente Korruptionsermittlung, die die Regierung Selenskyjs erreicht.

Im Präsidialamt ist Mudra für Rechtsfragen und die Justizreform zuständig. Zuvor war sie stellvertretende Justizministerin.

Ermittlungen bei früherem prorussischen Politiker

Stolar zog als Mitglied der prorussischen Partei Oppositionsplattform – Für das Leben ins Parlament ein. Die Partei wurde nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Jahr 2022 verboten.

Er gehört jetzt der Parlamentsgruppe „Restoration of Ukraine“ an, die größtenteils aus früheren Mitgliedern der verbotenen Partei besteht.

Im Zuge der Operation veröffentlichte NABU Auszüge aus abgehörten Gesprächen, nannte die Gesprächspartner jedoch nicht öffentlich.

Auf den Mitschnitten ist offenbar die Rede davon, Vermögenswerte auf die Namen von Kindern zu übertragen. Zudem fallen Verweise auf das Präsidialamt.

Die Aktion fällt in eine Reihe von Ermittlungen von NABU und SAPO zu mutmaßlicher Korruption auf den höchsten Ebenen der ukrainischen Politik.