Amazon wird bei seinen Produktseiten künftig einen Preisverlauf direkt neben dem aktuellen Preis anzeigen. Das schafft mehr Transparenz in der Preisentwicklung und lässt Kunden echte Schnäppchen einfacher erkennen. Laut einem Test der Frankfurter Rundschau lassen sich zumindest auf deutschen Desktop-Produktseiten die vergangenen 30 Tage, drei Monate und zwölf Monate als Kurve anzeigen. Auf der mobilen Website oder in der Amazon-App fehlte der Button allerdings noch.

Technisch wird das Feature über den KI-Assistenten Rufus möglich gemacht, welchen man in den USA unter dem Marketingnamen „Alexa for Shopping“ führt. Ein Klick auf den neuen Eintrag direkt neben dem aktuellen Preis öffnet das neue Verlaufsdiagramm. Für das 30-Tage-Fenster nennt die Übersicht zusätzlich den höchsten und niedrigsten Preis, während es bei 90 und 365 Tagen bei einer Kurve mit Skalenwerten bleibt und die historischen Beträge in dieser Ansicht gänzlich ausgespart werden. 

Im Test der Frankfurter Rundschau mit einer De’Longhi Magnifica S zeigte sich, dass das Gerät zum Zeitpunkt der Ermittlung für 269 Euro statt einer unverbindlichen Preisempfehlung von 399 Euro verkauft wurde. Laut der neuen Preisstatistik lag der Preis damit zuvor rund zehn Tage bei etwa 320 Euro und bewegte sich über die vergangenen drei bis zwölf Monate im Preisbereich von ungefähr 269 bis 330 Euro. Damit zeigt sich, dass der Preis auf das Jahr betrachtet ziemlich genau dem bisherigen Tiefstwert entspricht und damit ein gutes Angebot darstellt.

Amazon Preisverlauf

Rufus kann bei einem hohen aktuellen Preis außerdem ähnliche Produkte oder alternative Angebote auf der Detailseite vorschlagen, was einen ersten Preischeck erheblich erleichtert. Eine vollständige Preisrecherche über Vergleichsportale wie Idealo oder Geizhals ersetzt diese Funktion jedoch nicht. Der Preisverlauf scheint derzeit noch ausgerollt zu werden. Auf unseren Systemen war der Button nicht bei allen Accounts ersichtlich. Amazon selbst nennt bislang die Verfügbarkeit in den USA, Großbritannien, Kanada und Indien. Deutschland fehlt noch in dieser Liste, obwohl die Funktion teilweise bereits auf deutschen Desktop-Seiten verfügbar ist.

Ganz unfreiwillig wird Amazon die Funktion nicht umsetzen, denn die deutsche Preisangabenverordnung sieht vor, den niedrigsten Gesamtpreis der vergangenen 30 Tage anzuzeigen. Amazon wird dieser dadurch jetzt gerecht.