
Quelle: Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) | Creditreform, ZEW
Rund 188.000 Unternehmen haben 2025 geschlossen
Gladbeck – 19.08.2026 – Firmenschließungen 2025 – Deutschland verliert immer mehr Unternehmen. Im Jahr 2025 haben rund 188.000 Firmen ihre Geschäftstätigkeit beendet. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr.
Damit erreichte die Zahl der Firmenschließungen den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Das zeigt eine gemeinsame Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.
Dabei geht es nicht nur um Firmen in einer akuten Krise. Auch Unternehmen mit guter oder mittlerer Bonität geben auf.
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Auch gesunde Firmen verschwinden
Patrik Ludwig Hantzsch von Creditreform sieht eine neue Entwicklung. Die Zahl der Marktaustritte steigt in vielen Bereichen deutlich.
Große Unternehmen sorgen oft für Schlagzeilen. Doch deutlich mehr kleine und mittlere Betriebe verschwinden still vom Markt.
Dabei schließen inzwischen auch wirtschaftlich gesunde Unternehmen. Die Gründe sind vielfältig. Dazu gehören der technologische Wandel, mehr Konkurrenz und fehlende Arbeitskräfte.
Auch die Finanzierung ist nicht der einzige Grund für das Firmensterben. Die Unternehmen stehen vor mehreren Problemen gleichzeitig.
Viele Firmen finden keinen Nachfolger
Ein weiterer wichtiger Grund ist der Ruhestand vieler Firmeninhaber. Immer mehr Unternehmer finden keinen passenden Nachfolger.
Fast ein Drittel der freiwilligen Schließungen geht inzwischen auf das Alter der Inhaber zurück. Dieser Anteil ist deutlich höher als noch vor zehn oder 15 Jahren.
Die meisten Betriebe schließen zudem ohne Insolvenz. Rund 87 Prozent der Geschäftsaufgaben im Jahr 2025 erfolgten ohne Insolvenzverfahren. Nur etwa 13 Prozent der Schließungen gingen auf ein Insolvenzverfahren zurück.
11.000 Industrieunternehmen gaben auf
Auch die Industrie verliert weiter Betriebe. Gut 11.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe stellten 2025 ihren Betrieb ein. Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahr.
Noch höher war die Zahl im Baugewerbe. Dort schlossen rund 24.000 Unternehmen. Das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent.
Gastgewerbe besonders unter Druck
Auch im Gastgewerbe bleibt die Lage schwierig. 2025 gaben gut 15.000 Gaststätten und Beherbergungsbetriebe auf. Die Zahl stieg damit um 15 Prozent.
Viele Betriebe kämpfen mit mehreren Problemen. Die Kunden sparen häufiger. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch Lieferdienste. Dazu kommt der Mangel an Arbeitskräften.
Auch im Handel nahm die Zahl der Schließungen wieder zu. Hier lag der Anstieg bei acht Prozent.
Gesundheitswesen verliert immer mehr Betriebe
Besonders kritisch ist die Entwicklung im Gesundheitswesen. Dort steigt die Zahl der Schließungen bereits seit rund zehn Jahren.
2025 gab es rund 11.000 Marktaustritte. Das waren zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich mit 2008 hat sich die Zahl der Schließungen damit etwa verdoppelt.
Immer mehr Arztpraxen schließen
Besonders stark trifft die Entwicklung Arztpraxen. 2025 schlossen bundesweit knapp 5.500 Praxen. Das waren 23 Prozent mehr als 2024. Auch in ländlichen Regionen ist die Lage angespannt. Dort schließen überdurchschnittlich viele Gesundheitsdienste.
Das kann die Versorgung vor Ort schwächen. Denn wenn Arztpraxen, Apotheken oder Fachärzte fehlen, werden die Wege für Patienten länger.
Bremen besonders stark betroffen
Auch regional gibt es große Unterschiede. Bremen weist die höchste Schließungsrate auf. Dort verschwanden 7,8 Prozent der Unternehmen vom Markt, die 2024 noch bestanden. Hohe Werte gab es außerdem in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Deutlich niedriger waren die Schließungsraten unter anderem in Baden-Württemberg und Hamburg. Beide Länder kamen auf 5,3 Prozent. Besonders stark stieg die Zahl der Schließungen zudem in Bremen und Schleswig-Holstein. Dort lag der Anstieg jeweils bei 21 Prozent.
In Rheinland-Pfalz nahm die Zahl sogar um 16 Prozent zu.
Firmenschließungen werden zum Problem für Deutschland
Die Zahlen zeigen eine klare Entwicklung. Deutschland verliert nicht nur Unternehmen in wirtschaftlichen Krisen. Auch gesunde und mittelständische Betriebe geben zunehmend auf. Neben wirtschaftlichem Druck spielt dabei die Nachfolge eine wichtige Rolle.
Für viele Regionen kann das Folgen haben. Denn mit jedem geschlossenen Betrieb gehen Arbeitsplätze, Angebote und regionale Wirtschaftskraft verloren. Vor allem die Entwicklung im Gesundheitswesen ist problematisch. Dort kann jede weitere Schließung die Versorgung der Bevölkerung erschweren.
Quelle: Creditreform