Auf Englisch heißt das, was die Düsseldorferin Yvonne Hofer oft und gerne macht, „Birding“. Ins Deutsche übersetzt würde man dann von einer Vogelbeobachterin sprechen, wobei bei ihr zum Beobachten ja auch noch das Fotografieren hinzukommt. Immer mehr auch junge Menschen entdecken das Hobby „Vogel-Spotten“ für sich.
Unlängst bei einem Foto-Wettbewerb der Bezirksvertretung 9 sicherten sich zwei Schüler des Freien Christlichen Gymnasiums in der Kategorie „Kinder und Jugendliche“ Platz eins mit ihrer Aufnahme eines Eisvogels. Um diesen mit der Kamera ablichten zu können, bauten die beiden Jungs früh morgens – zwischen 5 und 6 Uhr – ein Tarnzelt auf und legten sich auf die Lauer. Und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach. Für die beiden sprangen für ihre erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb jeweils 100 Euro Urlaubsgeld heraus.
Für Yvonne Hofer zählen jedoch andere Eindrücke und vor allem Glücksgefühle, wenn sie bei ihrem Vogel-Trip fündig wird: „Es ist ziemlich magisch, wenn so ein kleiner Seidensänger dich recht melodiös anschreit.“ Was sie an der Urdenbacher Kämpe für ihre Ausflüge so schätzt? „Die Auenlandschaft mit Weiden, Feuchtwiesen und dem Altrheinarm ist Heimat für seltene Arten wie den Pirol, den Schwarzspecht und den Neuntöter“, sagt sie.
Wer nicht gleich eine Kamera zücken will, kann auch einfach mit einem Fernglas und einem Bestimmungsbuch oder einer App losziehen. „Düsseldorf liegt in einer ökologisch spannenden Lage zwischen Niederrhein, Rheinauen und städtischen Grünflächen. Das macht die Stadt zu einem idealen Lebensraum für zahlreiche Vogelarten“, sagt Yvonne Hofer.
Und in ein paar Wochen wird sich allen Interessierten wieder solch ein besonderes Schauspiel bieten: Zum Spektakulärsten, was der Vogelzug in Düsseldorf im Frühjahr und Herbst zu bieten hat, sind die Kraniche, die lautstark trompetend über die Stadt hinwegfliegen. Ab Mitte Oktober machen sie sich auf ihren langen Weg nach Afrika.
Um den Schwärmen mit den Augen zu folgen, reicht es übrigens aus, einfach mal den Kopf in den Nacken zu legen. Aber auch hier ist ein Fernglas hilfreich.
Und noch zwei Tipps der Vogelbeobachterin: „Das Beobachten ist manchmal gar nicht so einfach, weil Vögel noch lange nicht machen, was man möchte. Geduld ist deswegen das A und O. Und die Wege nicht verlassen: In Schutzgebieten bleiben Sie bitte auf den ausgewiesenen Pfaden!“