Tiergarten – Stumm sitzt er auf der Anklagebank, doch die Vorwürfe gegen Khalil B. A. (29) sind erdrückend: schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung. Sein Anwalt Robert Tietze erklärt: „Mein Mandant wird sich auf anwaltlichen Rat schweigend verteidigen.“
Das Opfer, ein syrischer Schüler (26), schildert unter Tränen sein Martyrium. Er sei am 27. Januar 2025 in eine Wohnung in der Müllerstraße in Gesundbrunnen gelockt worden, in der er schon einmal übernachtet hatte. „Einer stieß mich in die Wohnung, sie setzten mich auf einen Stuhl und haben mir die Hände auf den Rücken gebunden.“
14 Männer gegen ein wehrloses Opfer
Dann begann die Hölle. „Sie haben mich geschlagen, mit Fäusten und Ohrfeigen. Mindestens 40 Mal“, sagt der junge Mann. Die Täter waren bewaffnet mit Baseballschlägern, Messern und einer Pistole. Sie drohten: „Wir brechen dir den Hals oder stechen dich ab!“
Immer wieder prügelten sie auf ihn ein, raubten sein Handy, 530 Euro Bargeld und seine Zigaretten. „Einer hat mich an den Haaren gepackt, mir den Kopf gehalten und mich gezwungen, allen die Füße zu küssen“, so das Opfer. „Dabei haben sie auch gefilmt.“ Die Täter drohten, das Video zu veröffentlichen, sollte er zur Polizei gehen.
40 Minuten Schläge und Demütigung
Nach 40 Minuten ließen sie ihn gehen. Zurück blieb der traumatisierte Mann mit Hämatomen, Beulen und Schmerzen. Doch der Albtraum sei nicht vorbei. „Bis heute werde ich von den gleichen Personen auf der Straße angegriffen“, sagt der Syrer. Erst vor wenigen Tagen sei er am Frankfurter Tor (Friedrichshain) erneut attackiert worden.
Der Angeklagte Khalil B. A., ein Koch aus Tunesien, bestreitet die Tat. Er sitzt seit April 2026 in U-Haft. Die anderen Schläger sind unbekannt.
Fortsetzung: 23. August
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