Die BASF-Manager Anne Francken und Jürgen Fuchs schwingen mit den Sunfire-Chefs Nils Aldag und Christian von Olshausen die Spaten für den neuen Elektrolyseur im Industriepark Lausitz. Foto: BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH
Neuer Elektrolyseur von Sunfire Dresden soll neben BASF-Chemiewerk Schwarzheide für Rekord-Ausbeute bei Wasserstoff sorgen
Schwarzheide/Dresden, 19.08.26. Um die deutsche Wasserstoff-Ausbeute deutlich zu erhöhen, hat der Dresdner Anlagenbauer „Sunfire“ eine neue Generation von Hochtemperatur-Elektrolyseuren entwickelt: Diese heißen Wasserspalter nutzen die bisher oft nur verplemperte Abwärme von Chemiefabriken, Stahlwerken und anderen Industrie-Anlagen, um bei Temperaturen um die 800 Grad mit Ökostrom Wasser besonders effizient in Sauer- und Wasserstoff zu zerlegen. Dabei erreichen die Dresdner Wirkungsgrade bis zu 89 Prozent. Nun bauen sie einen dieser modernen Festoxid-Elektrolyseure (SOEC) der Megawatt-Klasse neben den BASF-Werken in Schwarzheide auf.
Dresdner sehen sich als Weltmarktführer für Hochtemperatur-Technologie
„Wir sehen auch in der Hochtemperatur-Elektrolyse einen entscheidenden Hebel für die Energiewende“, betont Sunfire-Chef Nils Aldag beim ersten Spatenstich im „Industriepark Lausitz“. Die neue Anlagengeneration könne eine Schlüsseltechnologie für die „Dekarbonisierung der Industrie“ werden. „Als SOEC-Weltmarktführer gestalten wir diese Entwicklung maßgeblich mit.“ Ähnlich sehen das seine Mitstreiter: „Mit unserer SOEC-Technologie zeigen wir das volle Potenzial deutscher Ingenieurs-Expertise“, lobt Sunfire-Technikchef Christian von Olshausen sich und sein Team. „Durch die Nutzung verfügbarer Abwärme erreicht die Hochtemperatur-Elektrolyse Rekordwirkungsgrade.“
BASF-Manager sieht „starkes Signal für die Attraktivität unseres Standorts“
Auch die Industriepark-Betreiber versprechen sich viel von den innovativen Anlagen aus Dresden: „Mit Sunfire haben wir für den Zukunftsmarkt Wasserstoff einen echten Branchenprimus und internationalen Technologieführer für den Industriepark Lausitz gewonnen“, meint BASF-Manager Jürgen Fuchs. „Das ist ein starkes Signal für die Attraktivität unseres Standorts.“
Etwa so soll der Hochtemperatur-Elektrolyseur von Sunfire Dresden in Schwarzheide aussehen. Visualisierung: Sunfire
Ankunft in der Megawatt-Klasse
Seine Hochtemperatur-Wasserstofftechnik entwickelt Sunfire bereits seit vielen Jahren, hat parallel dazu aber auch durch Zukäufe eine eigene Sparte mit klassischen Alkali-Elektrolyseuren aufgebaut. Inzwischen nähert sich auch die SOEC-Technologie der Dresdner der Masseneinsatz-Reife und der Megawattklasse. Der entscheidende Punkt dabei: Diese heißen Wasserspalter brauchen Vorheizer sowie neue Materialien und Technik, um den hohen Temperaturen jenseits der 800 Grad dauerhaft standzuhalten. Sie sind daher technologisch anspruchsvoller und teurer als traditionelle Alkali-Elektrolyseure. Dafür geht bei den SOECs weit weniger der eingesetzten Elektroenergie verloren als bei PEM- oder Alkali-Systemen. Die konkrete Testanlage in Schwarzheide ist für 1,3 Megawatt ausgelegt und soll 36,5 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde liefern.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Sunfire, BASF, Oiger-Archiv, Wikipedia