Münchnerinnen und Münchner und Gäste aus aller Welt begehen heuer das 191. Oktoberfest. Die letzte Wiesn war turbulent: Wegen Überfüllung war das Wiesn-Gelände mehrfach gesperrt. Das löste eine Sicherheitsdebatte aus. Zudem überschattete eine Bombendrohung die Feierlichkeiten. Dennoch fiel die Wiesn-Bilanz 2025 insgesamt positiv aus.

Nach dieser „Achterbahn-Wiesn“ ist klar, dass sich einiges ändern soll. Ende Juli hat die Stadt die Änderungen bekannt gegeben, die sich unter anderem auf das Sicherheitskonzept, aber auch auf Fahrgeschäfte und Co. beziehen. Das sind die wichtigsten Neuerungen für die Wiesn vom 19. September bis zum 4. Oktober im Überblick:

Sicherheit und Barrierefreiheit: Das sind die Konzepte

Nach der Überfüllung im letzten Jahr hat heuer eine „verbesserte Besucherlenkung“ Priorität. Dafür wird eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die unter anderem die Kommunikation zwischen Sicherheitsbehörden und Stadt verbessern soll. Dafür macht das Fundbüro Platz und zieht ins Deutsche Museum Verkehrszentrum. Zudem soll durch „modernes Beobachtungsmanagement“ sichergestellt werden, dass Überfüllungssituationen „rechtzeitig erkannt und aufgelöst“ werden. Auch Blasmusik soll für Sicherheit sorgen: Musik in den Zelten soll unter der Woche eine Stunde früher gespielt werden dürfen (ab 11 Uhr). Am Wochenende darf Musik bereits ab 10 Uhr gespielt werden. Bis 12 Uhr ist jedoch nur traditionelle Blasmusik erlaubt. Durch die Maßnahme soll die Wiesn zu diesen Zeiten attraktiver werden und verhindern, dass vor allem an Wochenenden großer Besucherandrang herrscht.

2025 musste das Wiesn-Gelände zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.

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2025 musste das Wiesn-Gelände zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.
Foto: Felix Hörhager, dpa (Archivbild)

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2025 musste das Wiesn-Gelände zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.
Foto: Felix Hörhager, dpa (Archivbild)

Auch die Barrierefreiheit soll heuer großgeschrieben werden: Sogenannte „Hidden Disabilities Sunflower“ sind Schlüsselbänder mit Sonnenblumen-Muster. Sie weisen auf Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen hin und sollen signalisieren, dass jemand gegebenenfalls zusätzliche Hilfe oder auch mehr Zeit braucht. Die Schlüsselbänder können sich Betroffenen der Tourist Information am Marienplatz, an offiziellen Infoständen auf dem Gelände der Wiesn und im Museumszelt auf der Oidn Wiesn abholen.

Rollstühle kann man online reservieren: Mobilitätseingeschränkte Personen finden je zwei Rollstühle an den Gepäckaufbewahrungen beim Eingang Hans-Fischer-Straße im Süden der Theresienwiese in der Nähe des Haupteingangs. Gegen einen Lichtbildausweis erhalten sie kostenfrei einen Rollstuhl. Außerdem wird heuer die Straße 4 barrierefrei.

Das sind die neuen Fahrgeschäfte

Auch bei den Fahrgeschäften gibt es in diesem Jahr eine Erweiterung um drei Attraktionen. „Shake & Roll“ von Else Schäfer ist eine Weiterentwicklung des bekannten „Break Dance“. Anders als beim Vorgänger sind die Gondeln nicht starr montiert, sondern können sich frei überschlagen. Die Loopings entstehen allein durch die Bewegung und die Fliehkräfte – wie viele Überschläge es gibt, hängt unter anderem vom Gewicht der Fahrgäste und der Fahrweise des Rekommandeurs ab.

Wiesn-Baustelle: Festzelte, Buden und Fahrgeschäfte werden hier nach und nach aufgebaut.

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Wiesn-Baustelle: Festzelte, Buden und Fahrgeschäfte werden hier nach und nach aufgebaut.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

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Wiesn-Baustelle: Festzelte, Buden und Fahrgeschäfte werden hier nach und nach aufgebaut.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

Ebenfalls erstmals dabei ist „Fisherman’s“ von Franz Xaver Kollmann. Das 2026 fertiggestellte Geschäft erstreckt sich über drei Etagen und führt die Besucher durch ein Fischerdorf. Dazu kommen Wassereffekte und ein 15 Meter langer Laufparcours vor dem eigentlichen Geschäft.

Für Adrenalin dürfte auch das „Chaos Pendel“ sorgen. Das Fahrgeschäft von Willi Ottens junior bringt seine Fahrgäste bis zu 42 Meter hoch und mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft. Zwei Gondeln drehen sich dabei um die eigene Achse, während ein rotierender Arm an einem schwenkbaren Propeller hängt.

Gastronomie auf der Wiesn: Das müssen Besucher wissen

954 Betriebe haben sich nach Angaben der dritten Münchner Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) für die Wiesn 2026 beworben, 478 wurden zugelassen. Darunter 36 gastronomische Betriebe und 41 Schaustellerbetriebe.

Den ursprünglichen Platz der Münchner Stuben übernimmt heuer Bartls Flößerstadl. Der Stand von Klaus Bartl thematisiert die Flößerei in München und Region. Die 398 Gäste, die im Zelt Platz finden, können dort regionale Produkte sowie Bio- und Fairtrade-Zutaten kosten.

Auch bei Bodos Cafézelt hat sich einiges getan: Das bisherige Aluminiumzelt wird durch einen neuen Bau in nachhaltiger Holzbauweise mit Galerie ersetzt. Die Bar zieht auf die Galerie, außerdem gibt es einen überdachten Straßenverkauf. Die Zahl der Plätze bleibt mit 587 unverändert.

Das ist der offzielle Wiesnhit

Wieder wurde per Abstimmung der diesjährige Wiesnhit gekürt. Dieser ist, wie nun bekannt, einer fünfköpfigen Band aus der Oberpfalz zu verdanken. 122 Lieder wurden für den offiziellen Musikwettbewerb „A Liad für d‘ Wiesn“ insgesamt eingereicht. Gewonnen hat das Lied „Bierzelt Legende“ der Band Troglauer.

Das sind längst nicht alle Neuerungen, die heuer anstehen. Online finden Interessierte auf der Internetseite des Oktoberfests alle weiteren Infos (mit dpa).