In den vergangenen Jahren konnte sich Marcel Schäfer (42) einen ausgezeichneten Ruf als Sparfuchs erarbeiten. Er schaffte es schon bei seinem Ex-Klub VfL Wolfsburg, das Budget für Spieler geringer zu halten: Für viel Geld verkaufte er damals unter anderem Micky van de Ven (25) und Felix Nmecha (25). Auch bei RB Leipzig hielt er an den Einsparungen fest. In seiner Manager-Zeit achtete er auf Gehälter, die Limits der Ablöse und teure Verkäufe. Zuletzt brachte der Rekord-Transfer von Yan Diomande (19) zu Real Madrid mindestens 125 Millionen Euro ein. Jetzt jedoch scheint es so, als würde der ehemalige Bundesliga-Verteidiger auch Geld offensiv ausgeben. Ein Diomande-Ersatz soll her: Red Bull soll bereit sein, den Ablöse-Rekord auszugleichen oder sogar leicht zu überbieten.
Mehr zum ThemaRekordverdächtig: Leipzig an El Mala und Moreira dran
Der Rekord, den die Sachsen für die Ablöse eines Spielers zahlten, lag bisher bei 50 Millionen Euro. Im Januar 2025 zahlte der Verein das an Paris St-Germain für Xavi Simons (23). Die Ablöse-Obergrenze lag nach der verpassten Champions-League-Qualifikation bei 30 Mio. Euro. Daher wurden eher Spieler für 20 Mio. Euro gescoutet. RB hat nach Diomandes Verkauf aber plötzlich Alternativen auf der Favoritenliste, die teurer sind!
Racing Straßburg würde für den Belgier Diego Moreira (22) wohl rund 70 Mio. Euro Ablöse verlangen. Durch geschickte Verhandlungen könnte die Summe nochmal auf über 40 Mio. Euro schrumpfen. Für Supertalent Saïd El Mala (19) möchte der 1. FC Köln mindestens 50 Mio. Euro bekommen. Dazu würden noch fünf Mio. Euro Boni kommen sowie weitere fünf Mio. Euro für außergewöhnliche Erfolge. Eine Weiterverkaufsbeteiligung für den FC würde ebenfalls noch dazukommen. Die Leipziger waren sowohl bei Moreira als auch bei El Mala am Anfang der Woche im Rennen, obwohl die Zahlen eigentlich zu hoch sind.
„Was steckt dahinter?“: DAS wurde in der Musiala-Erklärung nicht erwähnt
Quelle: WELT19.08.2026
Darum sind Flügelspieler gerade besonders teuer
Für Top-Spieler mit der dementsprechenden Qualität müsse tiefer in die Tasche gegriffen werden als ursprünglich intern vereinbart. Das wissen sowohl RB als auch der Gesellschafter Red Bull. Insider sprechen von einem Flügel-Markt: Die Preise für die Außenstürmer sind so hoch, weil die Nachfrage so hoch ist. Deswegen steigen die Preise für die Spieler auf der Position stark an. Leipzig selbst hatte beim Diomande-Transfer davon profitiert.
Für die Sachsen kam die Frage auf, ob sie aus guten Nachwuchsspielern, die um die 20 Mio. Euro wert sind, selbst Stammspieler machen wollen, jedoch mit dem Risiko, dass es länger dauern könnte oder sogar scheitern könnte. Die Alternative ist: Sie kaufen sich Top-Talente für eine deutlich höhere Summe, die aber sofort helfen und bei einem Weiterverkauf wahrscheinlich eine weitere Mega-Ablöse versprechen.
Mehr zum ThemaKlopp: Gespräch mit El Mala
El Mala wird bereits in England als der kommende Star gehandelt. Dem Außenstürmer fehlt eine konstante Einsatzzeit auf diesem hohen Niveau. Deswegen schlagen die Top-Vereine aus England noch nicht zu. Außerdem würde der Kölner lieber in der Bundesliga bleiben. Borussia Dortmund war bereits an dem Kölner dran, doch der Wechsel scheiterte, da der BVB die geforderte Ablöse von 50 Mio. Euro nicht zahlen wollte. In der Kölner Kabine sprach El Mala aber auch schon vor dem Angebot aus Dortmund davon, dass er auch für Leipzig spielen würde.
Für Insider nicht überraschend: Der U-21-Nationalspieler steht schon länger auf der Wunschliste der Leipziger. RB-Sportkoordinator Daniel Baier (42) ist mit El Malas Familie schon über ein Jahr im Kontakt. Bereits im Winter war das Interesse konkret: El Mala kam nach Leipzig und schaute sich die Trainingsbedingungen am Cottaweg an. Jürgen Klopp (59), der ehemalige Red-Bull-Fußball-Chef, sprach mit dem Kölner und zeigte ihm die Entwicklungsmöglichkeiten bei RB Leipzig auf.

Jürgen Klopp (59)
Foto: Getty Images
Teurer Transfer soll eine Ausnahme bleiben
Für Leipzig ist wichtig: In das Limit des Grundgehaltes von fünf Mio. Euro, wie RB es vorsieht, würde El Mala gut reinpassen. Ähnlich verdient hätte das Talent auch bei Brentford, Brighton und Dortmund.
Bei RB ist intern klar: Solche Transfers von Top-Spielern wie Moreira und El Mala, die die Ablöse-Grenze deutlich sprengen, sollen die Ausnahme bleiben. Generell soll die bisherige Größenordnung von Ablösen bis zu 30 Mio. Euro bestehen bleiben.