Wir durften Prinz Pi in seiner Werkstatt besuchen und mit ihm sein, wie er selbst sagt, „wahrscheinlich letztes Hiphop-Interview“ führen. Ein großes Thema war dabei natürlich sein Karriereende, das er Ende Juli bekanntgegeben hatte. Mit uns hat er nochmal im Detail über seine Entscheidung gesprochen.

Prinz Pi spricht mit uns über sein Karriereende

Die Entscheidung, seine aktive Laufbahn als Rapper zu beenden, habe Prinz Pi nicht von einem auf den anderen Tag entschieden, sagt er uns. Irgendwann habe er aber einsehen müssen, dass seine Musik in der heutigen Zeit „nicht mehr genug Hörer findet“.

Auch der Wandel der Musikbranche in den letzten 20 Jahren habe zu seiner Entscheidung beigetragen. Das erklärte er bereits in seinem ursprünglichen Statement. In seiner Generation habe man noch CDs verkauft, aber „vom Streaming können halt nur ganz wenige Leute leben“. Zwar wäre es durchaus „nobel“ zu sagen, man mache für die Kultur weiter – grundsätzlich sollte man bei Kunst schließlich nicht nur den monetären Gegenwert im Blick behalten. Aber als dreifacher Vater müsse man auch von irgendetwas leben. Und mit der Musik gehe das eben nicht mehr, so Prinz Pi.

Auch das Live-Geschäft, dem der 46-Jährige schon länger den Rücken kehren möchte, habe sich vor allem durch die Corona-Pandemie stark verändert. Die Ticketpreise seien schon in die Höhe geschossen, aber die Kosten im Hintergrund seien noch stärker explodiert. Deswegen würden auch viele Artists ihre Touren absagen, selbst wenn sie verhältnismäßig viele Tickets verkauft hätten.