Stand: 19.08.2026 21:05 Uhr
Zusammen mit Niedersachsens Feuerwehr-Nachwuchs trainieren 25 junge Feuerwehrleute aus dem US-Bundesstaat New York den Kampf gegen die Flammen. Die deutschen Feuerwehrschläuche haben es ihnen besonders angetan.
„You have the whole hillside in flames!“ – „Der ganze Hang steht in Flammen!“: Eine deutliche Ansage, die schon ziemlich amerikanisch klingt. Sie kommt aber von Detlef Maushake vom Waldbrandteam – einem Verein aus Feuerwehr-Waldbrandprofis in Niedersachsen. Und sie geht an eine Gruppe Jugendlicher, die gerade mit offenen Mündern dasteht. Es sieht ja auch sehr eindrucksvoll aus, wie sich die absichtlich entzündeten Flammen den Hügel aus Sand und Stroh hochfressen. Er soll eine Berglandschaft darstellen – und die jungen Feuerwehrleute aus Salzgitter und aus Nassau County in der Nähe von New York sollen lernen. Lernen, wie gefährlich so ein Einsatz in der Realität sein kann.
Demo mit Feuertornados
„Seht ihr, wie schnell das Feuer hochwandert?“, fragt Detlef Maushake in perfektem Englisch. Währenddessen weichen einige Jugendliche zurück. Rauch und Hitze werden immer stärker. Maushake erklärt, wie die Hitze zu Luft-Wirbeln führen kann – wahre Feuertornados. „Ihr wollt auf gar keinen Fall in einem Kamin oder einer Schlucht mit nur einem Ein- und Ausgang sein“, sagt Maushake. Er muss es wissen – gilt er doch als einer der Waldbrandexperten Deutschlands und hat selbst schon in Kalifornien gegen Vegetationsbrände gekämpft.

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„Es ist beängstigend!“
Die Jugendlichen hier sind beeindruckt: „Es ist beängstigend, wie das Feuer sich scheinbar verstecken kann und dann plötzlich wieder einfach so aufflammt“, sagt Jung-Feuerwehrfrau Victoria Kurz aus Nassau. Und auch ihr Kamerad Declan Reegan sagt: „Die schiere Wildheit des Feuers und wie schnell es sich bewegt, zeigt, wie gefährlich so eine Situation außerhalb einer Demonstration werden könnte“. Victoria, Declan und die anderen Feuerwehrleute aus den USA proben aber noch mehr: Zusammen mit noch einmal so vielen Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Salzgitter spielen sie Unfallszenarien durch, üben Erste Hilfe oder den Einsatz von Atemschutzgeräten. Die deutschen Jugendlichen nehmen im Austausch dafür an sogenannten Junior Firefighting Camps in den Vereinigten Staaten teil.
Der Reiz deutscher Schlauch-Anschlüsse
Das Ziel: Lernen, wie Einsatzkräfte im jeweils anderen Land so vorgehen. „Ich hielt es für eine gute Idee, zu wissen, wie ihr in Deutschland arbeitet, falls ich einmal hier in einer Krisensituation aushelfen möchte“, sagt Mayelie Mena. Ihre deutsche Kameradin Anna Niedermeyer war im vergangenen Jahr bei einem Camp in New York State: „Die machen das völlig anders, arbeiten mit viel mehr Feuer und gehen da mit Atemschutz in einem Alter rein, in dem man das hier noch nicht darf.“ Es sei eben ein bisschen freier dort. Dagegen reizt manch Amerikaner offenbar die deutsche Regel-Welt: „Ich mag, dass bei euch so vieles einheitlich ist“, sagt der Chef der Jugendfeuerwehr von Nassau County, Jerry Presta. „Zum Beispiel gibt es in ganz Deutschland einen Anschluss für Feuerwehrschläuche. Bei uns hat jeder Landkreis einen anderen!“

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