Bislang wurde die Salvatorkirche im Duisburger Zentrum mit Gas beheizt. In Zukunft soll das durch Fernwärme passieren. So möchten die evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg, die Stadt Duisburg und die Fernwärme Duisburg – eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke – ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen.

Umbau trotz Denkmalschutz

Bereits seit Dezember 2024 laufen die Planungen für den Anschluss an das historische Gebäude. Die Bauarbeiten, die auch den Rückbau des Gasanschlusses beinhalten, haben Mitte Juni 2026 begonnen.

Die größte Herausforderung beim Umbau ist, dass die im Jahr 1415 fertiggestellte Kirche unter Denkmalschutz steht. Deshalb darf die historische Bausubstanz nur minimal verändert werden, erklärt die Fernwärme Duisburg. So ist etwa eine neue Hauseinführung, die bei einem Fernwärmeanschluss normalerweise erfolgt, an der Salvatorkirche nicht möglich – und auch kein oberirdisches Anschlussbauwerk. Die Beteiligten entwickelten deshalb eine individuelle Lösung und verwenden die Stelle, die bisher für den Gasanschluss genutzt wurde.

„Gerade denkmalgeschützte Gebäude verlangen maßgeschneiderte Lösungen. Dieses Projekt zeigt, dass Fernwärme auch unter schwierigen baulichen Rahmenbedingungen technisch zuverlässig umgesetzt werden kann. Gemeinsam mit allen Beteiligten haben wir einen Weg gefunden, der sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes als auch einer modernen Wärmeversorgung gerecht wird“, sagt Joel Schlüter, der das Projekt für die Fernwärme Duisburg leitet.

Übrigens ändert sich für die Besucher der Salvatorkirche während der Bauarbeiten kaum etwas, versichern die Beteiligten.

Vorbild für andere Gebäude

Die Idee, die Kirche an das Fernwärmenetz anzuschließen, entstand auf Initiative von Oberbürgermeister Sören Link (SPD). Ausschlaggebend für die Umsetzung waren der Wunsch nach einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung, langfristige Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen.

Die individuelle Lösung in Duisburg zeigt, dass sich Klima- und Denkmalschutz nicht notwendigerweise im Weg stehen müssen. Der Umbau am Wahrzeichen der Stadt stehe daher beispielhaft für viele andere Bauten, bei denen eine energetische Sanierung nur bedingt möglich ist, so die Fernwärme Duisburg.

Die Salvatorkirche in Alt-Duisburg gilt als eines der bedeutendsten spätgotischen Bauwerke am Niederrhein. Im Jahr 1415 wurde sie fertiggestellt, ihr Grundstein wurde vermutlich 100 Jahre zuvor gelegt. Erst rein gotisch, wurde der Bau Mitte des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Rudolf Wiegmann im spätgotischen Stil renoviert und umgebaut.

Der Name „Salvatorkirche“ stammt daher, dass die evangelische Kirche Christus, dem „salvator mundi“ (Erlöser der Welt), geweiht wurde.