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Las Vegas – Fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Rap-Legende Tupac Shakur (†25, „California Love“) läuft in Las Vegas der Mordprozess gegen Duane „Keefe D“ Davis (63). Es ist einer der berühmtesten Morde der Musikgeschichte. BILD ist vor Ort dabei – und erklärt, wer welche Rolle spielt.
Der Angeklagte und das Opfer
Duane „Keefe D“ Davis – der Angeklagte (63) und ehemalige Gang-Boss der South Side Compton Crips. Laut Anklage saß er im weißen Cadillac, aus dem auf Tupac geschossen wurde, organisierte den Racheakt und besorgte die Waffe. Später sprach Davis selbst immer wieder über die Mordnacht. Heute behauptet er: Seine Geschichten waren erfunden. Er plädiert auf nicht schuldig.

Der Tatverdächtige Duane „Keefe D“ Davis (63) wird am ersten Verhandlungstag in den Gerichtssaal gebracht
Foto: Steve Marcus/REUTERS
Tupac Shakur – das Opfer und eine der größten Rap-Ikonen aller Zeiten („California Love“). Der Death-Row-Star war 25 Jahre alt, als er am 7. September 1996 nach einem Mike-Tyson-Boxkampf in Las Vegas neben Suge Knight im BMW saß. An einer roten Ampel fielen die Schüsse. Tupac wurde mehrfach getroffen und starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Die Männer aus der Mordnacht
Marion „Suge“ Knight – Mitgründer von Death Row Records. Er saß am Steuer des BMW, als Tupac erschossen wurde, und überlebte den Anschlag. Damit ist er einer der wichtigsten noch lebenden Augenzeugen. Knight sitzt derzeit wegen eines anderen Falls in Kalifornien im Gefängnis und steht auf der Zeugenliste – hat aber mehrfach klargemacht, dass er nicht aussagen will: „Lasst mich da raus.“

„Suge“ Knight (61, r.) hat mit seinem Label Death Row Records den West-Coast-HipHop groß gemacht. Sein bekanntester Künstler: Tupac Shakur, links neben ihm
Foto: Frank Wiese/dpa
Orlando „Baby Lane“ Anderson – Neffe von Keefe D und Mitglied der South Side Compton Crips. Wenige Stunden vor dem Mord wurde er im MGM Grand von Tupac und Männern aus dem Death-Row-Umfeld zusammengeschlagen. Galt lange als möglicher Schütze, bestritt jedoch jede Beteiligung. 1998 wurde er bei einer anderen Schießerei getötet.
Deandrae „Freaky“ Smith – Laut Ermittlern einer der vier Männer im weißen Cadillac, aus dem auf Tupac geschossen wurde. Wurde ebenfalls als möglicher Schütze genannt. Inzwischen verstorben.

Label-Boss Marion „Suge“ Knight überlebte als Fahrer des BMW leicht verletzt
Foto: Las Vegas Metropolitan Police Department via AP
Terry „Bubble Up“ Brown – soll laut Ermittlern den weißen Cadillac in der Mordnacht gefahren haben. Inzwischen verstorben.
Trevon „Tre“ Lane – Mann aus dem Death-Row-/Mob-Piru-Umfeld. Sein Konflikt mit Orlando Anderson gehört zur Vorgeschichte des Mordes. Lane war auch bei der Prügelei im MGM Grand dabei.
Death Row, Bad Boy und das Gang-Umfeld
Reggie Wright Jr. – ehemaliger Compton-Polizist und Sicherheitschef von Death Row Records. Seine Firma war auch in der Mordnacht für die Security verantwortlich. Er kannte Suge Knight seit seiner Kindheit. Davis hat Wright später selbst mit dem Mord in Verbindung gebracht – Wright bestreitet das vehement.

Der ehemalige Sicherheitschef Reggie Wright Jr. (62) während des Prozesses. Er ist Zeuge der Anklage
Foto: JOHN LOCHER/AFP
Reggie Wright Sr. – Vater von Reggie Wright Jr. und ebenfalls ehemaliger Polizist in Compton. Er kannte die dortige Gang-Szene aus nächster Nähe und steht auf der Liste möglicher Zeugen.
Frank Alexander – Tupacs damaliger Bodyguard. Er starb 2013 und kann daher nicht persönlich aussagen. Relevant könnten frühere Aussagen oder Aufzeichnungen sein.
Eugene „Gene“ Deal – ehemaliger Bodyguard von Sean „Diddy“ Combs und möglicher Zeuge.

Der Mordprozess wird vor dem Clark County District Court in Las Vegas verhandelt
Foto: IMAGO/MediaPunch
Kirk Burrowes – Mitgründer von Bad Boy Records und möglicher Zeuge.
Ermittler und Personen mit wichtigen Beweisen
Greg Kading – ehemaliger Ermittler. Untersuchte die Morde an Tupac und Biggie und befragte Davis. Besonders wichtig für die Entstehung und den Kontext von Davis‘ früheren Aussagen.
Clifford Mogg – pensionierter Ermittler der Polizei von Las Vegas, der an den wieder aufgenommenen Ermittlungen arbeitete. Zu seinen Erkenntnissen gehört, dass im BMW von Tupac und Suge Knight keine Waffe gefunden wurde.
Joe Lombardo – heutiger Gouverneur von Nevada und ehemaliger Sheriff des Las Vegas Metropolitan Police Department. War bereits zur Zeit von Tupacs Ermordung Polizist in Las Vegas.

Der ehemalige Polizist Joe Lombardo (63) machte Karriere. Er ist heute Gouverneur der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump (80, l.)
Foto: AP Photo/John Locher
Oscar Goodman – ehemaliger Bürgermeister von Las Vegas und prominenter Strafverteidiger. Steht auf der Liste möglicher Zeugen.
Yusuf Jah – Co-Autor von Davis‘ 2019 erschienenen Memoiren „Compton Street Legend“. Das Buch spielt als Beweismittel eine wichtige Rolle im Prozess.
Leonard Jefferson – Fotograf, der Tupac und Suge Knight kurz vor dem Anschlag im BMW fotografiert haben soll.
Davis‘ Familie
Paula Clemons – Ehefrau von Duane „Keefe D“ Davis und mögliche Zeugin.
Tupacs Familie
Sekyiwa Shakur – Tupacs jüngere Schwester.
Maurice „Mopreme“ Shakur – Tupacs Stiefbruder und selbst Rapper. Er hat öffentlich über die Hoffnung der Familie auf Wahrheit und Gerechtigkeit gesprochen.

Opfer Tupac Shakur, Kumpel Mike Cooley und Bruder Maurice „Mopreme“ Shakur (59, v.l.) posieren in LA
Foto: Mopreme Shakur via AP
Katari Cox – Tupacs Cousin.
Im Gerichtssaal
Carli Kierny – Richterin im Tupac-Mordprozess am Bezirksgericht von Clark County.
Binu Palal – Staatsanwalt. Präsentierte im Eröffnungsplädoyer die Theorie der Anklage: Davis organisierte den Racheakt und besorgte die Waffe.

Binu Palal ist einer von zwei Staatsanwälten, die die Anklage vertreten
Foto: Steve Marcus/REUTERS
Marc DiGiacomo – Staatsanwalt. Befragt im Prozess einen Großteil der Zeugen und war bereits bei der Jury-Auswahl beteiligt.
Michael Sanft – Verteidiger von Davis. Argumentiert, es gebe keine harten Beweise und Davis habe seine früheren Geschichten über den Mord erfunden oder übertrieben.