
AUDIO: DRK in SH feiert 80-jähriges Jubiläum (1 Min)
Stand: 20.08.2026 05:00 Uhr
Seit 80 Jahren ist das Deutsche Rote Kreuz in Schleswig-Holstein im Einsatz – vom Katastrophenschutz über die Pflege bis zur Flüchtlingshilfe. Heute Abend feiert die Hilfsorganisation ihr Jubiläum.
Katastrophenschutz, Pflege oder Blutspenden – dafür ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Schleswig-Holstein bekannt. Heute Abend feiert die Hilfsorganisation mit einem Festakt in Kiel ihr 80-jähriges Bestehen. Nach eigenen Angaben erwartet das DRK mehr als 100 Gäste.
Hilfe nach dem Zweiten Weltkrieg: So entstand das DRK in SH

Die Anfangszeit stand für das DRK im Zeichen des Wiederaufbaus. Viele Menschen mussten versorgt werden, es herrschte ein Mangel an Betten, Decken, Kleidung, Seife und Kochgeschirr.
Angefangen hat die Arbeit des DRK in Schleswig-Holstein unter ganz anderen Bedingungen. Dem DRK zufolge mussten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Geflüchtete und Vertriebene untergebracht, Angehörige gesucht und Verletzte versorgt werden. So gründete Professor Dr. Franz Klose den Landesverband Schleswig-Holstein.
Und das „aus der Not heraus“, wie Vorstandssprecherin Nadine Lenschau erzählt. „Die Menschen hatten kein Obdach mehr, keine Nahrung, keine Hygieneartikel und keine Kleidung“, so Lenschau. Im September 1947 wurde der DRK-Landesverband in Schleswig-Holstein von den britischen Besatzern auch offiziell im Vereinsrecht zugelassen.
Nach Sturmfluten: DRK baut Katastrophenschutz aus

Neben mehrern Sturmfluten unterstützte das DRK auch bei der Schneekatastrophe 1978/79. Dabei wurden extra Schneefräsen aus Bayern herangeschafft.
Zwischen 1950 und 1980 hat sich das Deutsche Rote Kreuz in Schleswig-Holstein stark im Zivil- und Katastrophenschutz aufgestellt. „Wir haben den Bereich weiterentwickelt und mussten es ja auch, weil es verschiedene Katastrophen gab, wie zum Beispiel die Sturmflut an der Nordseeküste 1962. Da waren wir als DRK stark gefordert und konnten helfen“, erklärt Vorstandssprecherin Lenschau.
Pflege und Gesundheitsangebote erweitern das DRK
Auch andere Angebote sind in dieser Zeit entstanden: Laut DRK sind Mutter-Kind-Kurkliniken, Altenpflegeschulen oder Angebote zur Gesundheitsförderung entwickelt worden.
Finanzielle Herausforderungen für das DRK

DRK-Vorstandssprecherin Nadine Lenschau arbeitet bereits seit 16 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz in Schleswig-Holstein. Sie hat im Januar das Amt übernommen.
Derzeit sind rund 70.000 Ehrenamtliche in Schleswig-Holstein für das Deutsche Rote Kreuz aktiv. Für die Zukunft sieht Lenschau unter anderem die Finanzknappheit der öffentlichen Hand als große Herausforderung: „Durch die derzeit laufende Sozialstaatsreform wird es sehr schwer, die Angebote aufrecht zu erhalten.“ Lenschau fordert daher vor allem eine verbindliche Finanzierung.
Resilienz: DRK will Kinder auf Krisen vorbereiten
Einen weiteren Fokus setzt die Vorstandssprecherin beim Thema psychische Widerstandskraft, also Resilienz, unter anderem bei Kindern. „Wir möchten einfach jetzt schon die Resilienz stärken, damit wir Kinder auf Krisen unterschiedlichster Art vorbereiten können.“ Je besser man aufgestellt sei, desto besser könne man sich auch in der Gesellschaft einbringen, so Lenschau. So gibt es etwa das Projekt „Krisenschutz aus der Kiste“, bei dem Kinder spielerisch Katastrophen durchleben und den Umgang damit erlernen.

In ganz Schleswig-Holstein gibt es bisher sieben weitere Praxen dieser Art. Sie helfen Menschen ohne Krankenversicherung.

Das DRK im Land warnt vor den Folgen der Reform zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und fordert Nachbesserung.

Insgesamt fünf Personen wurden mit dem Orden ausgezeichnet. Sie sind Vorbilder für viele Menschen, sagt Daniel Günther.