Eine Mann und eine Frau stehen an einer Platane.

Risiko durch Totholz

Stand: 20.08.2026 06:30 Uhr

Ob auf dem Schulhof, am Spielplatz oder entlang stark befahrener Straßen: Nicht jeder Baum übersteht die Folgen von Hitze und Trockenheit unbeschadet. Baumkontrolleure sind deshalb im gesamten Stadtgebiet von Dresden unterwegs, um mögliche Gefahren frühzeitig aufzuspüren.

von MDR SACHSEN

In Dresden sind derzeit vermehrt Baumkontrolleure im Einsatz. Denn die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate und Temperaturen von bis zu 40 Grad hinterlassen auch an den Bäumen im Stadtgebiet ihre Spuren. Bis zu zehn Prozent der insgesamt 135.000 Bäume (davon 105.000 im Kataster erfasst) sind laut Stadt betroffen. Bei ihnen müssen zum Beispiel abgestorbene Äste entfernt werden, damit sie niemandem auf den Kopf fallen.

Blick auf eine große Platane.

Die Platane vor dem Rathaus in Dresden ist etwa 150 Jahre alt. Trotz Schäden ist der Zerfall des Holzes in den vergangenen Jahrzehnten recht langsam vorangeschritten.

Trockenheit setzt Bäume unter Stress

Die Zahl geschädigter Bäume habe in den vergangenen Jahren zugenommen, sagt Jörg Lange vom Amt für Stadtgrün. Dabei sei es für einen Baum gar nicht so schlimm, wenn es mal vier Wochen sehr trocken ist. „Mit diesem einmaligen Ereignis kann der Baum umgehen. Wenn es aber jedes Jahr passiert, dann ist das so viel Stress, dass der Baum darauf reagiert“, sagt Jörg Lange.

Spielplätze und Schulhöfe haben Priorität

Zehn Baumkontrolleure sind das ganze Jahr im Stadtgebiet unterwegs und kontrollieren die Bäume regelmäßig. Die Kontrolle erfolgt dabei nach Priorität. „Bäume an Orten wie Spielplätzen, Schulhöfen oder an Hauptstraßen haben die oberste Priorität“, sagt Baumkontrolleurin Kristina Klabes. Nach Stürmen oder anderen Extremwetterereignissen finden zusätzlich Sonderkontrollen statt.

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

Nachrichten personalisieren

Sichtkontrolle reicht manchmal nicht aus

Die Kontrolleure betrachten das Umfeld und den Wurzelbereich, den Stamm und die Krone des Baumes. Auffälligkeiten werden digital dokumentiert. Bei vorgeschädigten Bäumen reicht die Sichtkontrolle manchmal nicht aus. Dann beauftragt die Stadt externe Gutachterbüros, die beispielsweise mithilfe einer Schalltomografie den Zustand des Baumes untersuchen. So lässt sich feststellen, wie weit eine Fäule im Inneren eines Stammes fortgeschritten ist.

MDR (sth)