In Karow Süd plant Berlin ein großes neues Wohnquartier. Aktuelle Angaben zeigen, wie es um Wohnungen, Baurecht, Verkehr und Baustart steht.
Karow Süd – Am Karower Kreuz
Im Teilgebiet Am Karower Kreuz in Karow Süd sind mindestens 1.500 Wohnungen sowie weitere Nutzungen geplant. Die städtebauliche Planung befindet sich noch in einer frühen Phase.
© Titelbild / Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
In Karow bereitet Berlin eines der großen neuen Wohnungsbauprojekte im Norden der Stadt vor. Auf bisher weitgehend unbebauten Flächen sollen in den kommenden Jahren neue Quartiere entstehen. Doch zwischen langfristiger Vision und konkretem Baurecht liegt noch ein weiter Weg. Eine aktuelle Senatsantwort zeigt nun genauer, wie weit die Planung am Karower Kreuz tatsächlich ist – und welche Entscheidungen noch ausstehen.
- Bezirk: Pankow
- Projekt: Neues Stadtquartier Projektverbund Karow Süd
- Teilgebiet: Am Karower Kreuz
- Adresse: Blankenburger Chaussee 21–31, 13125 Berlin
- Wohnungen: mindestens 1.500 im Teilgebiet Am Karower Kreuz
- Gesamtprojekt Karow Süd: bis zu 5.000 Wohnungen auf rund 100 Hektar
Der Projektverbund Karow Süd umfasst die drei Teilgebiete Am Karower Kreuz, An der Laake und Am Teichberg. Insgesamt geht die Senatsverwaltung inzwischen von bis zu 5.000 Wohnungen auf rund 100 Hektar aus. Dazu sollen Kitas, eine Gemeinschaftsschule, Grünflächen sowie Gewerbe-, Sport- und Freizeitangebote kommen.
Die aktuelle Antwort des Senats vom 11. August 2026 erlaubt nun einen genaueren Blick auf das Teilgebiet Am Karower Kreuz. Anlass war unter anderem eine bereits zuvor genannte Fläche der landeseigenen STADT UND LAND an der Blankenburger Chaussee 21–31. Berlin plant diese Fläche zusammen mit dem gesamten Teilgebiet Am Karower Kreuz.
Karow Süd: Mindestens 1.500 Wohnungen am Karower Kreuz vorgesehen
Für das Teilgebiet Am Karower Kreuz sind derzeit mindestens 1.500 Wohnungen plus weitere Nutzungen vorgesehen. Zur Geschosszahl, zur baulichen Dichte sowie zu konkreten Wohnungsgrößen gibt es derzeit keine belastbaren Angaben. Diese Fragen soll erst ein städtebaulich-freiräumliches Qualifizierungsverfahren klären.
Derzeit stimmen die Beteiligten die Rahmenbedingungen dafür ab. Das spätere Entwurfsergebnis soll anschließend als Grundlage für die Bebauungsplanung dienen. Damit befindet sich das Vorhaben nach ausdrücklicher Einschätzung des Bezirks noch in einer „sehr frühen Planungsphase“.
Luftaufnahme von Karow im Berliner Bezirk Pankow: Rund um das Karower Kreuz sollen im Projektverbund Karow Süd neue Wohnungen und soziale Infrastruktur entstehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Olaf Tausch, CC BY 3.0
Bebauungsplan für Karow Süd stammt bereits aus dem Jahr 1991
Planungsrechtlich hat das Vorhaben eine ungewöhnlich lange Vorgeschichte. Die Fläche an der Blankenburger Chaussee liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans XVIII-27. Dessen Aufstellungsbeschluss stammt bereits aus Dezember 1991. Rechtskräftiges Baurecht entstand daraus bislang jedoch nicht.
Nach Abschluss des neuen Qualifizierungsverfahrens soll das alte Bebauungsplanverfahren entweder fortgeführt oder der Aufstellungsbeschluss neu gefasst werden. Ziel bleibt ein qualifizierter Bebauungsplan.
Für die STADT-UND-LAND-Fläche liegen bislang keine Bauanträge vor. Interessant ist zudem eine weitere Aussage des Bezirks: Anders als beispielsweise beim geplanten neuen Stadtquartier „Alten Schäferei“ spielen die Eigentumsverhältnisse für den derzeitigen Planungsfortschritt in Karow keine entscheidende Rolle.
Neue Quartiere in Karow sollen schrittweise gebaut werden
Neu ist auch, dass die weitere Planung ausdrücklich in einzelnen Baustufen gedacht werden soll. Das bevorstehende Qualifizierungsverfahren soll darstellen, wie sich das gesamte Teilgebiet Am Karower Kreuz schrittweise entwickeln lässt. Einen konkreten Baustart für die Fläche Blankenburger Chaussee nennt der Senat deshalb noch nicht.
Für den größeren Projektverbund gibt es dagegen inzwischen einen groben Zeithorizont. Auf der Beteiligungsplattform meinBerlin nennt die Senatsverwaltung einen möglichen Beginn erster Bauabschnitte Anfang der 2030er Jahre. Die Entwicklung soll in mehreren Phasen erfolgen.
Als voraussichtlicher Abschluss des Hochbaus für den gesamten Projektverbund Karow Süd wird derzeit das Jahr 2040 geführt.
Verkehr entscheidet mit über die Entwicklung von Karow Süd
Ein wesentlicher Punkt bleibt die Verkehrsanbindung. Das inzwischen vorliegende Mobilitätskonzept betrachtet nicht nur die drei Neubauflächen, sondern auch die Folgen für den bestehenden Ortsteil. Geplant sind weitgehend autofreie Quartiere mit Quartiersgaragen und Mobilitätsstationen. Fuß- und Radverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr sollen eine zentrale Rolle übernehmen.
Die schrittweise Bebauung soll deshalb mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verknüpft werden. Dazu gehören auch die Schienenprojekte im Nordosten Berlins, darunter der geplante Turmbahnhof Karower Kreuz und die neue S-Bahn-Station Sellheimbrücke. Gerade beim Turmbahnhof gibt es allerdings erhebliche zeitliche Unsicherheiten.
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26750, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, meinBerlin
